Die Arbeitswelt befindet sich derzeit in einem besonders raschen Wandel. Nicht allein der stets anliegende technologische Fortschritt, auch das allgegenwärtige Thema Klimawandel wird zu drastischen Umwälzungen führen. Eine neue Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) besagt, dass rund ein Drittel der Arbeitnehmer daran zweifelt, dass ihre Vorgesetzten passende Strategien für die Zukunft entwickeln. Die Automobilindustrie ist davon besonders betroffen.

Gemäß dieser „Jobstudie 2019“ vertraut zwar mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer in Deutschland auf die Strategien und Herangehensweisen der Entscheider in ihrem Unternehmen in Gänze oder zumindest überwiegend. Manchmal schwiegt auch die Hoffnung mit, dass man schon im gegenseitigem Interesse am weiteren Erfolg in die Zukunft gehen kann. Allerdings überrascht die relativ große Skepsis von mehr als 30 % der Befragten an der Zukunftsvision ihres Arbeitgebers. Viele haben gar kein Vertrauen und dementsprechend Zukunftsängste.

Aber nicht nur Strategien im Allgemeinen, auch im Hinblick auf die spezifischen Produkte oder Dienstleistungen kommt Kritik auf. Vor allem der langfristige Fokus von rund 10 Jahren macht offenbar Sorge. Können die angebotenen Leistungen auch Ende der 2020er Jahre noch erfolgreich am Markt platziert werden? Daran zweifeln immerhin 28 %. Eine überwiegende Mehrheit wollte sich bei dieser Frage nicht festlegen. Besonders der Bereich Automotive sticht bei diesem Thema heraus. Gerade einmal 10 % der Arbeitnehmer ist sich sicher, dass die Fahrzeuge bzw. die Bauteile dafür in einem Jahrzehnt noch in der gewohnten Form und Umfang abgesetzt werden können. Diese Verunsicherung verwundert nicht, wenn man bedenkt, dass vor allem das Auto geradezu ein Symbol für den Klima- und Mobilitätswandel geworden ist. Man kann mit Fug und Recht von einem Sündenbock sprechen. Dabei geht es nicht nur um die spezifische Antriebstechnologie, sondern vor allem um die gesellschaftliche Stellung der individuellen Mobilität in der allgemeinen politischen Debatte aller westlichen Nationen. Vielen Unternehmern, aber auch deren Arbeitnehmern ist bewusst geworden, dass die seit den 1960ern vorherrschende positive Einstellung zum Auto, vielfach als ein Lifestyle-Produkt, nicht mehr selbstverständlich ist.

Allerdings sind die Zweifler auch im Bereich Banken und Versicherungen in der Mehrheit.

Besteht also Gefahr für den eigenen Arbeitsplatz?

In derzeitigen Wachstumsbranchen wie dem Handel und der Gesundheitsbranche, aber, für viele überraschend, auch im Maschinenbau überwiegen dagegen positive Einstellungen. Vieles ist auf der psychologischen Ebene gelagert. Daher warnt der EY-Personalexperte Markus Heinen vor wachsendem fehlendem Vertrauen in bestimmten Bereichen: „Gelingt es nicht, die Belegschaft bei der Ausrichtung auf die Zukunft mitzunehmen, kann das zu Unruhe und zur Abwanderung von Fachleuten führen. Die Mitarbeiter wollen vor allem verstehen, wozu sie etwas machen. Und sie wollen das Gefühl vermittelt bekommen, dass die Maßnahmen einem Ziel dienen, von dem am Ende alle profitieren.“

Grundsätzlich und unabhängig von gegenwärtigen Themen wächst laut der Studie aber auch die generelle Angst vor der latenten Gefahr, dass der erlernte bzw. studierte Beruf im Zuge der fortschreitenden Automatisierung und Digitalisierung generell künftig entfallen könnte. Arbeitgeber können hier mittels Angeboten zur qualifizierten Weiterbildung Abhilfe schaffen. Dies unterstreicht auch die Wertschätzung für die eigenen Beschäftigten.

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