Wie Sie für Ihre Bewerbung die richtigen Arbeitsproben auswählen

Vor allem in Berufen, die Kreativität erfordern, gehören Arbeitsproben zwingend in die Bewerbungsunterlagen. Diese werden in der Regel erwartet, so z.B. bei Designern (klassisch und online), Architekten und Journalisten. Aber wie stellt man es an, relativ knapp und dennoch schlüssig seine Expertise darzustellen?

Bei den bereits erwähnten Berufsfeldern bieten sich geschriebene Artikel, Layouts, Skizzen von Gebäuden o.ä. an. Reine Hinweise auf Quellen würden vom Empfänger der Bewerbung verlangen, selbst zu recherchieren. Dies sollte man nicht erwarten und daher auch nicht riskieren. Schwieriger wird es im klassisch wissenschaftlichen Bereich. Man kann nicht ganze Veröffentlichungen der Bewerbung beifügen. Hier empfiehlt es sich, seine Abhandlungen jeweils kurz zusammenzufassen und dann tatsächlich auf die ganze Quelle, z.B. eine ISBN-Nummer zu verweisen. Auch aktive Teilnahmen an Kongressen mittels Fachvorträgen u.a. sollten auf jeden Fall erwähnt werden um sich von anderen Kandidaten abzuheben.

Oftmals werden bei bestimmten Stellenausschreibungen direkt Arbeitsproben verlangt. Diesem Hinweis sollte man auf jeden Fall nachkommen, sonst wird man mit ziemlicher Sicherheit bereits im ersten Schritt aussortiert. Personalentscheider legen darauf ebenso großen Wert wie auf einen möglichen Eintrittstermin und eine ungefähre Gehaltsvorstellung. Eine Rückschau ist für junge Kandidaten, die erst am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn stehen, naturgemäß schwierig. Wenn das breite Portfolio noch fehlt, empfehlen Experten solchen Bewerbern, ein kleines Projekt für den gewünschten Arbeitgeber proaktiv zu initiieren. Dies kann ein neues Logodesign sein, wenn man sich als Grafiker bewirbt, oder eine neue Unternehmensvorstellung auf der Homepage. Dadurch zeigt man in zweierlei Hinsicht Eigenmotivation und dass man sich mit dem Unternehmen beschäftigt hat. Die Empfänger der Bewerbung können sich zudem gut in die Materie einfinden, denn das eigene Unternehmen werden sie kennen. Somit wirkt das Ganze nicht so abstrakt.

Egal ob reale Arbeitsprobe oder fiktives Projekt, so sollte die Auswahl und der Aufbau auf die ausgeschriebene Stelle passen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, wählt drei oder vier Projekte aus, beschreibt diese und ergänzt sie um ein Quellenblatt mit dem gesamten Umfang seiner bisherigen Aktivitäten. So kann der Personalist einerseits konkret die ausführlich beschriebenen Projekte mit den Stellenanforderungen abgleichen, andererseits sich ein umfassendes Bild vom bisherigen Werdegang verschaffen.

Manchmal war man beispielsweise für ein Projekt nicht alleine verantwortlich, etwa bei einer Koproduktion im Rahmen eines Buchprojekts, bei Gebäudeentwürfen oder Werbelinien. Hier ist es wichtig, die jeweilige Eigenleistung deutlich hervorzuheben. Ansonsten könnte es den falschen Eindruck erwecken, dass man sich mit fremden Federn schmücken oder ein Projekt aufbauschen will, selbst wenn dies im Regelfall nicht beabsichtigt war. Eine stringente und lückenlose Darstellung erleichtert dem potentiellen Arbeitgeber die rasche Übersicht und Erstbeurteilung zu einer konkreten Bewerbung.

Wird das Datenvolumen etwa bei Zeichnungen zu groß, streiken viele Mailprogramme, weil es Volumenbegrenzungen, meist im Bereich von 10 Megabyte pro Nachricht eingerichtet sind. Hier ist davon abzuraten, seine Bewerbung häppchenweise auf mehrere Nachrichten zu verteilen, weil Profile oftmals elektronisch eingelesen werden. Bei Onlinetools zur automatisierten Bewerbungen auf Karriereseiten im Netz wäre dies gar nicht möglich. Besser lädt man die Arbeitsproben auf einen gesicherten Ort in der eigenen Cloud, versieht die Dateien mit einem Passwort, welches man im Anschreiben nennt.

Wer ganz oder teilweise als Freelancer agiert, wird sicherlich über eine eigene Homepage verfügen. Unabhängig von konkreten Bewerbungen empfiehlt es sich hier, sein Portfolio werbewirksam aufbereitet darzustellen. Dann reicht ein Hinweis im Anschreiben. Wenn alle anderen Koordinaten interessant sind, werden die Personaler bzw. der Fachbereich die Homepage ansehen. Man sollte sich nicht darauf verlassen, von alleine gefunden zu werden, auch  wenn es mittlerweile zum Standard für Personalabteilungen gehört, nach „Spuren“ der Kandidaten im Netz zu recherchieren.

Zu guter Letzt gilt es gerade für Bewerber aus kreativen Bereichen, die ganze Bewerbung im Hinblick auf die Gestaltung unter dem Aspekt einer Arbeitsprobe zu sehen. Anders als bei Kandidaten z.B. aus dem Versicherungsumfeld wird bei Designern, Grafikern und ähnlichen Berufsbildern mehr erwartet, als der Standardaufbau des Lebenslaufs.