Räumliche Flexibilität bei der Jobsuche zahlt sich vielfach aus

Es ist kein Geheimnis, dass nicht alle Berufsgruppen gleichermaßen in allen Regionen gefragt sind. Meist konzentrieren sich Branchen auf bestimmte Städte oder Regionen, was ebendort zu einem Mangel an geeigneten Bewerbern führen kann. Eine aktuelle Untersuchung legt dar, wo welche Qualifikationen, geordnet nach Bundesländern besonders nachgefragt werden.

Der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister hat im Mai 2018 untersucht, wie sehr sich eine überregionale Stellensuche für Bewerber lohnen kann. Hierzu wurden mehr als 800.000 Stellenanzeigen von rund 120.000 Unternehmen bundesweit herangezogen und ausgewertet.

In den neuen Bundesländern wurde im gewerblichen Bereich vor allem zahlreiche Handwerksberufe ausgeschrieben. In Thüringen betrug der Anteil an solchen Ausschreibungen ca. 30 % und damit am höchsten im Osten. Es folgen Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit Werten zwischen 28 % und 22 % sowie das Schlusslicht Berlin mit rund 15 %.

Im alten Westen hingegen wurden vor allem Vertriebsaufgaben angeboten. Der Spitzenreiter hier war das kleine Saarland mit 19 % Salesprofilen, dicht dahinter das Nachbarland Rheinland-Pfalz sowie Nordrhein-Westfalen. Auch in Hessen und Niedersachsen summierten sich diese Positionen auf 14% bzw. 12 %. Im automobil- und maschinenbaulastigen Süden lagen wenig überraschend ingenieurswissenschaftlich-technische Angebote klar vorne. In Bayern hatten 1/5 der Stellenanzeigen diesen Hintergrund, im benachbarten Baden-Württemberg sogar 22 %.

Bleibt noch der klassische Norden mit der niedersächsischen „Waterkant“ sowie Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein. Hier konnte keine spezifische Berufsgruppe als Spitzenreiter herausgelesen werden. Gleichermaßen wurden Spezialisten in den Bereichen IT, Technik, Sales sowie Health-Care gesucht.

Quantitativ betrachtet hatten Wechselwillige, aber auch Einsteiger die meiste Auswahl in den wirtschaftlich starken Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern und in NRW. Die wenigsten Stellenangebote gab es in den kleinen Bundesländern Bremen und Saarland. Freilich spielt hier nicht nur die volkswirtschaftliche Potenz, sondern auch die Größe eine Rolle. In drei zuerst genannten Ländern lebt fast die Hälfte aller Menschen in Deutschland. Dementsprechend hat dies auch Auswirkungen auf die Anzahl der Unternehmen, vor allem in den großen Städten, die naturgemäß vorne liegen. Beginnend mit der Hauptstadt, wo knapp 52.000 Stellen im Erhebungszeitraum angeboten wurden, folgen die reichste – und auch teuerste – deutsche Stadt München, mit ca. 10.000,00 weniger als Berlin, sodann Hamburg mit rund 36.000 Positionen, Frankfurt am Main mit rund 24.000 Offerten. Zwischen 15.000 und 20.000 Stellenangebote wurden in Düsseldorf, Köln und Stuttgart angeboten.

Somit kann man zusammenfassen, dass die quantitative Auswertung erwartete Tatsachen wiedergibt, spannender ist aber die qualitative Aussage zu den einzelnen Berufsgruppen. Gerade dort, wo der Angebotsüberhang exorbitant groß ist, der Fachkräftemangel also bereits voll greift, kann man bei Gehalt, Umzugsunterstützung, Geschäftswagen oder anderen Benefits sehr erfolgreich mit dem potentiellen Arbeitgeber verhandeln.

Von |2018-06-18T14:39:23+00:00Juli 31st, 2018|Allgemein, Deutsch, Karriere|0 Kommentare