In den Führungsetagen wurde auch im vergangenen Jahr mehr verdient. Dies war branchenübergreifend vor allem den variablen Gehaltsbestandteilen zu verdanken. Keine Überraschung zwar, aber die neueste Kienbaumstudie zu diesem Thema weist doch wieder einmal diverse Veränderungen zum Vorjahr auf. Bemerkenswert sind einige Werte deshalb, weil die Konjunkturprognosen für das Jahr 2014 sich schon nicht mehr auf dem Niveau der beiden Vorjahre bewegten. Außerdem konnte das Top-Management hierzulande die Rationalisierungsprozesse weiter erfolgreich fortschreiben, so dass auch Geschäftsführer von Unternehmen in zyklischen Branchen profitieren konnten.

 

Lesen Sie hier, in welchen Sparten am besten bezahlt wird und aus welchen Komponenten sich die Einkommen zusammensetzen:

 

Durchschnittlich verdient ein Geschäftsführer in Deutschland EUR 389.000 brutto im Jahr 2014, das sind immerhin 3,4 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Zu diesem Schluss kommt die erwähnte Studie, welche im guten Ruf einer fundierten Analyse steht.

Am meisten kann ein Firmenlenker verdienen, wenn er innerhalb eines Leitungsgremiums von mehreren Geschäftsführern den Vorsitz innehat. Dies betrifft überwiegend Unternehmen des größeren Mittelstands. Der Mittelwert bewegt sich in diesem Fall bei ca. EUR 549.000 p.a. oder 4,2 Prozent mehr als noch 2013. Wirtschaftliche Anforderungen seien eine der Drehschrauben, welche die Vergütung vieler Geschäftsführer beeinflussen. Für die Studie wurden Daten von 1294 Geschäftsführern in insgesamt 704 Unternehmen eingeholt und analysiert.

 

Die Unterschiede:

Neben der Größe des Unternehmens und des damit zu verantwortenden Personalstands und Umsatzes war natürlich auch der räumliche Verantwortungsbereich entscheidend. Wessen Unternehmen nur regionalspezifisch tätig ist, hat gegenüber Geschäftsführern von global aufgestellten Unternehmen im Schnitt deutlich niedrigere Bezüge.

Als zweiten wesentlichen Faktor kann man die Branche ansehen. Spitzenreiter ist weiterhin wie schon seit Jahren die pharmazeutische Industrie. In einem produzierenden Unternehmen dieses Segments verdient ein Geschäftsführer durchschnittlich KEUR 661 pro Jahr. Es folgen auf den Plätzen zwei die Automobilindustrie (KEUR 616 p.a.) und drei die Chemieindustrie (KEUR 573). Diverse Sparten im Segment der Dienstleistungen konnten zwar wiederum aufholen, an die Gehälter der die deutsche Wirtschaft prägenden drei Zweige kommen die Geschäftsführer der „New Stars“ aber noch nicht heran. Ausreißer sind wie zu erwarten die Top-Führungskräfte deutscher Dependancen amerikanischer oder japanischer Blue Chips der Elektronik- und Internetwelt.

 

Hierbei sind übrigens wie bei allen Gehaltsangaben in diesem Artikel die variablen Bestandteile und Nutzung von Geschäftsautos inkludiert.

 

Variable Gehaltsbestandteile spielen schon seit längerer Zeit eine wesentliche Rolle bei den Vergütungen der obersten Führungsetagen und dies nicht nur bei den Aktiengesellschaften, sondern zunehmend auch beim Mittelstand in Familienhand; unabhängig davon, ob ein Familienmitglied oder ein Fremdgeschäftsführer installiert ist. Allerdings werden Bonuszahlungen aus Erfahrung heraus vermehrt nicht mehr aus jährlichen, sondern aus längerfristigen und daher nachhaltigen Zielvereinbarungen heraus gezahlt. Neben den klassischen Größen wie Umsatz- oder Renditeentwicklung zählen auch lange an zweiter oder erst dritter Stelle stehende Benchmarks wie z.B. Senkung der Mitarbeiterfluktuation, umweltschützende Maßnahmen, bessere Einkaufskonditionen oder Reorganisation des Managements („Verschlankung“) mittlerweile zur Ermittlung der Boni dazu. Quer durch alle Unternehmensgrößen und Branchen finden sich mittlerweile bei 22 Prozent aller Geschäftsführerverträge in Deutschland solche monetär dargestellten Zielvereinbarungen.

Kontakt aufnehmen