Angesichts der Tatsache, wie schwer es heute sein kann, für eine Stelle passende Kandidaten ausfindig zu machen, ist es eigentlich selbstverständlich, die mühsam (und oftmals auch teuer) geknüpften Kontakte zu pflegen und die Kandidaten mit Wertschätzung zu behandeln. Umso verwunderlich, dass in vielen Personalabteilungen immer noch eine Art Hoheitsdenken vorherrscht, die Bewerber im schlimmsten Fall zu Bittstellern degradiert, die gefälligst unendlich auf Informationen warten können oder gar überhaupt keine Antwort erhalten. In diesem Fall ist es kein Wunder, wenn die erhoffte Spitzenkraft lieber woanders den Vertrag unterschreibt.

Dabei ist es gar nicht so schwer, das anfängliche Interesse zu halten, und die Chancen auf eine erfolgreiche Einstellung zu erhöhen.

Am wichtigsten ist es, den Kandidaten nicht zu ignorieren. Klar ist, dass der Recruitment- Prozess so schnell wie möglich ablaufen sollte, um unnötige Wartezeiten und dadurch aufkommende Ungeduld (und die Möglichkeit, dass die Konkurrenz schneller ist) zu vermeiden. Sollte es dann doch etwas länger dauern ist es wichtig, den Kontakt zu halten, und evtl auch wenn es keine wirklichen neuen Nachrichten gibt auch dieses kurz mitzuteilen. „Wir brachen noch ein paar Tage“ sagt zumindest aus, dass die Sache noch am Laufen, und die Bewerbung nicht schon längst im Papierkorb gelandet ist. Neue Information sollten selbstverständlich schnell weitergegeben werden.

Hierzu aber bitte keine generischen Standardbriefe verwenden! Wenig macht einen schlechteren Eindruck, als das Gefühl, mit einem Computer zu kommunizieren, da die wirkliche Ansprechperson kein Zeit oder Lust hat, selbst aktiv zu werden. Also lieber zwei drei persönliche Zeilen schreiben als einen langen Standardbrief.

Idealerweise werden Vorstellungsgespräche wie auch andere Geschäftstermine behandelt. Das heißt, sie werden zügig und mit ausreichender Berücksichtigung der Bedürfnisse des anderen (Stichwort: mehrere Terminvorschläge) anberaumt und dann nicht noch mehrmals verschoben, weil jedes Mal etwas “wichtigeres” dazwischengekommen ist. Ihr Gegenüber gewinnt ansonsten schnell den Eindruck, dass sie die Sache nicht ernst nehmen.

Der Kandidat ist immer auch ein Stück Zukunft für das Unternehmen. Man täte gut daran, Ihn auch so zu behandeln.

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