Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hat Ende des letzten Jahres eine große repräsentative Umfrage unter Betriebsräten durchgeführt. Erfreulich dabei ist, dass ca. 60 % der Arbeitnehmervertreter das Verhältnis zur Unternehmensleitung als ausgeglichen und fair beurteilt. Um großen und ganzen ist also nicht der sprichwörtliche Wurm drin.

Allerdings berichteten die übrigen 40 % der Befragten von gelegentlichen Blockaden, ganze 10 % sogar von regelrechten Schikanen. Hier wird das Verhältnis zur Repräsentanz der Unternehmerseite als nur ausreichend, in 5 % aller Fälle sogar als mangelhaft bewertet. Daher kann man leider nicht von Einzelfällen sprechen. Insbesondere bei nicht tariflich gebundenen Unternehmen ist manchmal Sand im Getriebe, was das Miteinander betrifft.

Dabei würden auch Unternehmer von einer offenen Zusammenarbeit profitieren. Geht um Themen wie Weiterbildung, familienfreundliche Arbeitszeitmodelle oder auch um geldwerte Vorteile verschiedener Art, steigt in der Regel sowohl die Motivation der Mitarbeiter, als auch deren Bereitschaft zur Betriebstreue, was in Zeiten des Fachkräftemangels ein mittlerweile wesentlicher Aspekt ist. Ein Zusammenwirken mit den Arbeitnehmervertretern kann hier zur wesentlichen Steigerung des Betriebsklimas unabhängig von der Unternehmensgröße beitragen. Auch können sich die Chefs des Engagements der Betriebsräte bedienen um auch mal heikle Themen durchzubringen. Wenn sich der Betriebsrat in seiner Aufgabe insgesamt wertgeschätzt fühlt, kann der Chef in diesen Mitarbeitern Verbündete auch in schlechteren Zeiten finden. Dabei kann es um Kurzarbeit, oder auch um einen Sozialplan oder eine Werksverlagerung gehen. Wenn das Verhältnis zum Betriebsrat gestört ist, wird man als Unternehmensleiter eher keine Unterstützung dabei erwarten können. Darunter leiden dann nicht nur Betriebsklima und Produktivität.

Die Umfrage hat auch aufgezeigt, mit welchen Themen sich Betriebsräte meist beschäftigen. Mehr als 80 der Arbeitnehmervertreter nannten hierbei Herausforderungen bei Arbeitsschutz und Gesundheit. Dazu zählt auch längst die Arbeitsplatzergonomie und Sportangebote, Rückenschule etc. Auch nehmen auf Grund der Arbeitsverdichtung in vielen Fällen die psychischen Erkrankungen zu. Hier ist es nützlich, wenn sich Arbeitnehmer rechtzeitig an ihre Vertreter wenden, damit diese aktiv werden können, bevor ein Burn-Out oder eine Depression ausbricht.