Wir haben bereits in früheren Beiträgen darüber gesprochen, wie oft unbewusste Abläufe zur Diskriminierung verschiedener Gruppen führt, seien es weibliche Bewerber, solche mit ausländischen Namen, oder mit fremden Akzent. Heute wollen wir betrachten, wie sich diese Diskriminierung bei der Einstellung von Mitarbeitern nicht nur auf die Bewerber selbst, sondern auch auf das Unternehmen auswirken.

Statistisch gesehen liegen die Gewinne von Unternehmen mit einer diversen Belegschaft über denen mit homogeneren Belegschaften. Der Grund hierfür lässt sich in ein Wort zusammenfassen: „Innovationsfähigkeit“.

Gruppen, bei denen möglichst viele verschiedene Individuen zusammen kommen, sei es nach Geschlecht, Alter, Herkunft, Lebensentwürfe, Erfahrung, Beruflicher Werdegang, etc. bring schlicht und ergreifend viele verschiedene Sichtweisen an den Tisch. Zum einen bringt das mehr Ideen und eine kreativere Problemlösung. Zum anderen werden eingefahrene Wege auch leichter hinterfragt. Interessanterweise ist dies nicht nur die Gruppendynamik, sondern es ändert sich auch die Herangehensweise der einzelnen Individuen. Jemand, der erwartet, dass seine Sichtweise von anderen hinterfragt wird, macht sich von vornherein mehr Gedanken. Also Folge waren Teilnehmer an einem Meeting mit Teilnehmern unterschiedlicher Herkunft in einer Studie bei der Vorbereitung und Präsentation ihrer Ideen von vornherein besser vorbereitet als die einer homogenen Gruppe.

Ein Blick auf potenzielle Kunden liefert den nächsten Grund für eine möglichst diverse Belegschaft – Kundenzufriedenheit. Mitarbeiter verschiedenster Hintergründe sind besser in der Lage sich auch in verschiedene Kunden hineinzudenken und auf Ihre Bedürfnisse einzugehen. Die Kunden sind üblicherweise kein homogene Gruppe, und Menschen fühlen sich schlicht wohler und sind eher bereit einer Person zu vertrauen, die Ihnen ähnlich ist. Ich erinnere mich noch gut an ein Erlebnis, das dies gut illustriert. Von der Umkleidekabine aus konnte ich beobachten, wie eine junge Dame ein Unterwäschegeschäft betrat, dieses aber kurz darauf wieder verließ, als sie nur einen männlichen Verkäufer vorfand.

Und was man auch nicht ganz vergessen sollte: gleich und gleich gesellt sich gern. Wenn Sie es einmal geschafft haben, eine Diverse Belegschaft auf die Beine zu stellen, wird es leichter, Talente in allen Gruppen anzulocken und auch zu halten. Es ist nicht schwer zu begreifen, dass beispielsweise eine Frau sehr viel lieber in einer gemischtgeschlechtlichen Abteilung anheuert, als wenn sie sich einer reinen Horde Machos gegenüber sieht. Eine offene und gemischte Gruppe, die gelernt hat Unterschiede auszuhalten und zu schätzen wirkt wie ein großes Willkommensschild an der Tür. Die besten Talente werden gerne und ohne Angst hindurchgehen, egal welche Herkunft, Geschlecht oder Hautfarbe sie haben. Im heutigen Bewerbermarkt kann das durchaus als Wettbewerbsvorteil gelten.

Kontakt aufnehmen