Im April 2014 präsentierten wir Ihnen allgemeine Tipps für Ihre Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch und optimierte Verhaltensweisen bei typischen Situationen im Gespräch selbst. Diesmal beleuchten wir ganz konkrete Fragestellungen, mit denen Sie unabhängig von der Art und Wertigkeit (Überstellung) der Position meistens konfrontiert werden. Viele Fragen sind weitgehend vorhersehbar, damit die Spezialisten im HR in der Lage sind, den Menschen gegenüber – ergo Sie – im gesteckten kurzen Zeitrahmen einigermaßen einschätzen zu können. Dies wissen die meisten Kandidaten auch und daher sind leider die Antworten ebenso oftmals nur „Standard“.

Wer hier nicht ein Stück weit Kreativität an den Tag legt, wird sich zumindest über seine Art der Gesprächsführung nicht wesentlich von seinen Mitbewerbern um die Stelle unterscheiden oder gar abheben können.

 Trotz noch so guter Vorbereitung zu Hause auf ein Vorstellungsgespräch, die wir übrigens dringend empfehlen, sollten Sie versuchen, Monotonie zu vermeiden, indem Sie spontan, aber auch nicht aufgesetzt wirken. Dann wird es Ihnen gelingen, die Aufmerksamkeit Ihres Gegenübers zu behalten und hoffentlich im Rahmen der anschließenden Bewerberanalyse gut in Erinnerung geblieben sein.

1) Die Fragen nach Ihren Stärken und Schwächen werden Sie zwangsläufig präsentiert bekommen.

Sich selbst zu beurteilen, ohne sich über den grünen Klee zu loben, oder aber sich selbst ein Bein zu stellen, gehört zu den schwierigsten Situationen bei einem Bewerbungsgespräch. Wichtig ist, dass Sie mit ihren Worten transportieren können, dass Sie stets neugierig auf Neues sind, sich dementsprechend Wissen sowie Erfahrungen von Kollegen und Vorgesetzten aneignen und es zudem verstehen, dies mit ihrem eigenen Knowhow zu verknüpfen.

Aber auch eine vermeintliche Schwäche lässt sich gut in eine Stärke ummünzen: hinterlassen Sie oftmals ihren Schreibtisch am Abend in einem unaufgeräumten Zustand, könnte dies ein Merkmal für Ihre Kreativität und Fähigkeit zu Multitasking sein. Übertreiben Sie es aber nicht mit mangelndem Ordnungssinn! Auch empfiehlt es sich, auf dem Weg zum Konferenzraum einen Blick auf die Schreibtische des Unternehmens zu werfen. Hier erhalten Sie auf den ersten Blick eine Tendenz, ob ihr potentieller Arbeitgeber „Chaos“ duldet oder ob besonderes Augenmerk auf stete Ordnung gelegt wird.

2) Als Klassiker gilt auch die Frage, warum Sie sich bei dem Unternehmen beworben haben.

Wichtig ist hierbei, dass Sie sich im Vorfeld mit ihrem möglichen Arbeitgeber vertraut gemacht haben. In Zeiten des Internets keine große Hürde mehr, sehen Sie sich einfach die Homepage gut an. Sie brauchen keine Kennzahlen aus den jüngsten Geschäftsberichten auswendig lernen, aber die Produkte bzw. Dienstleistungen, ein regionaler oder globaler Fokus der Geschäftstätigkeit und gelebte Unternehmensphilosophie, die sie meist bei „Über uns“, der Firmenhistorie oder – falls vorhanden – auf den Karriereseiten des Arbeitgebers finden, sollten Sie im Groben parat haben, wenn es darum geht, Ihre individuelle Motivation hinter Ihrer Bewerbung zu nennen. Auch sollten Sie die in der Stellenanzeige genannten Tätigkeitsfelder nicht nur beherrschen, sondern auch kurz skizzieren können, ohne einen Fachvortrag zu halten. Keinesfalls sollten Sie den Text aus Ihrem Anschreiben zitieren, lesen können die Personaler selbst.

3)  Stichwort Teamwork

Keinesfalls sollten Sie so wirken, als ob Sie ausschließlich im Team arbeiten möchten. Zu einen kommt es darauf an, ob Sie projektbezogen etwas entwickeln sollen, oder ob Sie dauerhaft, oder phasenweise mit Routineaufgaben betraut werden. Sagen Sie ruhig, dass Sie selbst den Nutzen von Teamwork für das Unternehmen von der jeweiligen Aufgabenstellung abhängig machen.

4)  Wie gehen Sie mit Anweisungen von Vorgesetzten um?

Kein Unternehmen mag devote Befehlsempfänger, daher sollten Sie auch keinesfalls einem Kadavergehorsam anhängen. Auch Chefs sind Menschen mit mal kleineren, mal größeren Fehlern, bzw. Fehleinschätzungen. Machen Sie also deutlich, dass Sie einerseits stets mitdenken und auch sagen, wenn Sie eine andere Sicht der Dinge haben, aber dennoch bereit sind, im Zweifel die hierarchischen Gegebenheiten und Verantwortlichkeiten zu respektieren. Dass man hier manchmal einen „Spagat“ machen muss, ist natürlich, also dürfen Sie dies auch gerne erwähnen.

5) Heutzutage nicht mehr unüblich ist es auch, persönliche Fragen im erlaubten Rahmen zu stellen, die nichts mit der Stelle selbst zu tun haben. Gaben Sie im Lebenslauf z.B. Lesen als Hobby an, könnten Sie gefragt werden, welches Buch Sie zuletzt gelesen haben, warum genau dieses und wie es Ihnen gefallen hat.

Grundsätzlich gilt: was man im Lebenslauf angibt, sollte stimmen! Wenn Sie also gerade mal die Sonntagszeitung querlesen, sollten Sie „Lesen“ nicht als Hobby angeben. Ansonsten sollte Ihnen die Antwort nicht zu schwer fallen. Vermeiden Sie aber nach Möglichkeit die Nennung eines Buches mit politisch-kontroversen oder erotischem Inhalt. Sofern Sie auch zudem gerne reisen, wird Ihnen sicherlich ein schöner Bildband über eine exotische Gegend einfallen. Damit zeigen Sie zudem Weltoffenheit und Neugierde an für Sie bisher Unbekanntem, was prima den Kreis zu den Antworten auf Ihre persönlichen Stärken schließt und ihre „Werbung in eigener Sache“ prima abrundet.

In diesem Sinne viel Erfolg bei Ihren anstehenden Gesprächen!

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