Generell gilt die Regel, dass ein höherwertiger Abschluss auch direkt Auswirkungen auf die ersten Gehaltsabrechnungen hat. Gar nicht so selten wird diese Regel aber gewissermaßen gebrochen, wie eine neue Studie des Internetportals www.gehalt.de darlegt. Es kommt nämlich zudem darauf an, welches Berufsbild studiert wurde und in welcher Branche man anfängt.

Mehr als 13.000 Angaben zur Vergütung bei akademisch Beschäftigten aus dem vergangenen Jahr  wurden dazu ausgewertet. Nicht nur die Top-Berufe standen im Fokus, sondern auch jene Qualifikationen, mit denen man ein vergleichsweise niedriges Einkommen nach Studienabschluss erzielt.

Um Ausreißer nach oben und unten abzufedern, werden in der Studie Medianwerte ausgewiesen. So ist die Vergleichbarkeit eher gegeben. Unter dem Median versteht man den Mittelwert aller Daten, das heißt, dass die Hälfte der Datensätze über, die andere Hälfte unter dem Mittelwert liegt. So ergibt sich ein Durchschnitt.

Dabei sticht zunächst heraus, dass es nicht in jedem Berufsbild der Masterabschluss sein muss, wenn man gut ins Berufsleben einsteigen will. Vor allem in der Informationstechnologie erzielen Bachelorabsolventen überdurchschnittlich hohe Einstiegsgehälter, vor allem im Beratungsumfeld mit rund KEUR 50 p.a.

Bei den Masterabsolventen steht der Bereich Risikomanagement mit KEUR 57 p.a. zu Beginn auf dem Treppchen ganz oben. Gefolgt von Berufsbildern in der technischen Forschung und Entwicklung auf den weiteren Plätzen; erzielt werden hier durch Bachelors im Jahr durchschnittlich knapp KEUR 48, die Kommilitonen mit dem Master in der Tasche verdienen hier rund EUR 4.000,00 pro Jahr mehr. Im klassischen Ingenieursumfeld liegen die Einstiegsgehälter in der Industrie nur knapp darunter.

Generell ließ sich beobachten, dass neben dem IT-Bereich auch im Finanzwesen mit äußerst attraktiven Einstiegsgehältern um junge Talente geworben wird. Zum einen sind diese Branchen äußerst finanzstark, können sich also hohe Gehaltszahlungen leisten. Zum anderen sind die Anforderungen aber auch sehr hoch, das Gehalt muss man sich also nach wie vor im Wortsinne verdienen.

Am anderen Ende der Skala finden sich Grafiker wieder: knapp KEUR 30 p.a. können mit einem Bachelor am Anfang erzieht werden, mit Masterabschluss sind es EUR 2.000,00 mehr. Überraschend ist das Ergebnis für junge Architekten, zumal das Studium mit zu den Anspruchsvollsten gehört. Gerade einmal knapp KEUR 31 stehen auf dem Gehaltszettel des ersten Berufsjahrs. Auch hier erhalten die Masterabsolventen rund 10 % mehr, was angesichts des 4 bis 6 Semester länger dauernden Studiums nicht allzu hoch erscheint.

Im generellen Durchschnitt starten die frischgebackenen Master mit rund 8 % mehr Einstiegsgehalt im Vergleich zu den Bachelors. Dabei kann es spezifisch sogar sein, dass Arbeitgeber bewusst Bachelorabsolventen bevorzugen und sich das Einstiegsgehalt sowie auch die Aufstiegsmöglichkeiten kaum unterscheiden. Der Fachkräftemangel und vielfach auch die Praxisbezogenheit vieler Hochschulen machen dies möglich, weshalb auch das reine Bachelorstudium nicht als „Schmalspurabschluss“ geziehen werden sollte.

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