Rechnet man die Zeitarbeitsunternehmen mit eigenem Business Unit „Executive Research“ mit ein, sind allein in Deutschland mehr als 2.000 Personalberatungen aktiv. Im gesamten deutschsprachigen Raum reicht die Anzahl an 3.000 Head-Hunter unterschiedlicher Unternehmensgröße.

Auch in diesem Geschäft der Jagd nach Talenten, Experten und Führungskräften hat längst der digitale Wandel Einzug gehalten. Dies bringt viele Vorteile mit sich, aber leider auch einen Trend zur Abwicklung von Massengeschäft. Ähnlich wie in vielen HR Abteilungen ist die Kommunikation unpersönlicher geworden. Während sich dies manch international renommierter Konzern noch eher leisten kann, kann dies für eine Branche, die bewusst und ausschließlich mit Menschen arbeitet, keine Lösung sein.

Der stärker gewordene Wettbewerb zwingt sicherlich zur Rationalisierung zahlreicher Arbeitsabläufe und -prozesse, allerdings sollten diese so gestaltet werden, dass der Bewerber und letztlich auch der Kunde nicht zur unpersönlichen Handelsware wird. Die „rote Linie“ im Hinblick auf den Umgang mit Kandidaten wird auf Grund des stetigen Konkurrenzkampfs und damit verbundenen Kostendrucks leider häufig überschritten.

Vielfach können Kandidaten nur mehr mit einem HR-Managementtool kommunizieren, weil persönliche Ansprechpartner entweder gar nicht vorhanden sind, oder häufig wechseln. Auch scheitern nicht selten Versuche der Kandidaten, das Stellenprofil ausführlich zu diskutieren daran, dass schlecht qualifizierte Mitarbeiter in einer Art Call-Center nur stichpunktartig über die Profile Bescheid wissen. Da nützt es auch nichts, wenn dieser minimale Service auch an den Wochenenden und abends angeboten wird. Letztlich geht es dann doch nur darum, Unterlagen neuer Kandidaten für die eigene Datenbank zu akquirieren. Der Mensch selbst tritt dann zwangsläufig in den Hintergrund.

Bei der Analyse des Recruitingmarkts fällt auf, dass in den vergangenen Jahren zahlreiche Start-Ups angetreten sind, mit diesem Trend zu brechen und den großen Playern am Markt Paroli bieten. Dabei darf nicht generell die Formen große Beratung = Massengeschäft und kleine Beratung = individueller Service gelten. Man muss genauer hinsehen und vieles ist auch branchenspezifisch. Insbesondere am heiß umkämpften IT-Geschäft profitieren innovative HR-Beratungen mit einem persönlichen Konzept beim „war-for-talents“. Dies hat auch Auswirkungen auf andere spezifische Branchen wie etwa die SAP-Beratung oder aber auch der Automobil- und Anlagenbau.

Ganz grundsätzlich geht der Trend wieder zu mehr Transparenz. Und zwar sowohl im Hinblick auf die bei einer Beratung geführten Kandidaten, als auch kundenseitig. War es im Laufe der vergangenen rund 15 Jahre immer mehr üblich, bestimmte Dienstleistungen bei der Rekrutierung zwar zu verrechnen, aber nicht mehr durchzuführen, bzw. zum Zwecke eines schnellen Projektabschlusses Bewerberprofile – meist ohne Wissen der Kandidaten – zu beschönigen, kehrt sich dieser Mechanismus auch auf Grund der Konkurrenz durch kleinere Beratungen wieder um. Dies ist für Marktteilnehmer mit mehr als 25 Jahren Erfahrung, wozu auch die top-jobs-europe Consulting GmbH gehört, keine bahnbrechende Neuheit, denn das Beratungsgeschäft ist seit Anbeginn in den 1960er Jahren immer wieder dem Wandel unterworfen. Nun kommen allerdings HR-Beratungen, die mittels der digitalen Möglichkeiten auf Dauer das „schnelle Geld“ machen wollen, an ihre Grenzen, da auch die Kunden merken, dass sie durchaus am Markt eine große Auswahlmöglichkeit haben. So wird auf Sicht nicht immer der vermeintlich günstigste Anbieter den Zuschlag erhalten, sondern auf das Gesamtpaket mit starkem Fokus auf den Service wird es vermehrt wieder ankommen. Dies ist nicht neu, sondern die Dienstleistung am Menschen für Menschen war vielmehr die Initialzündung für diese Branche an sich.

Die neuen digitalen Möglichkeiten bieten aber auch die Chance, die geforderte Transparenz darzustellen. Dies kann z.B. mittels Schnittstellen für Kunden auf die Projektdatenbank oder auch mittels Analysetools geschehen. Möglichkeiten gibt es viele und wer innovativ ist, wird sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen können.

So haben auch kleine Spezialberatungen eine reelle Chance, am Markt zu bestehen, wenn auch bei der Akquisition sowohl von Neukunden, als auch qualifizierten Bewerbern viele Vorurteile aus der hier geschilderten jüngeren Vergangenheit ausgeräumt werden müssen. Somit ist die Vertrauensbildung das Wichtigste neben der zielgenauen und möglichst raschen sowie „geräuschlosen“ Besetzung von Vakanzen.

So wird sich Qualität und Transparenz bei den Beratungen als ein wesentlicher Mehrwert langfristig durchsetzen.

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