In Zeiten der Großraumbüros gibt es fast überall einen Bedenkenträger, der sich gerne als  Besserwisser oder Kleinkrämer geriert. Alles wird schlecht geredet, es wird gemeckert und nahezu jede neue Idee als nicht durchführbar deklariert. Diese Kollegen sind regelrechte Energieräuber, daher die englische Bezeichnung dieses Phänomens.

Das ist auf Dauer anstrengend für die anderen Teammitglieder. Wie kann man solchen Zeitgenossen wirkungsvoll begegnen?

Gegen schlechte Stimmung haben wir ein paar Tipps zusammengestellt:

1. Respektieren Sie sachliche Kritik und bieten Sie Lösungen an

Eine deeskalative Methode schafft oftmals bereits Abhilfe, wenn man sie selbst konsequent anwendet. Dem Nörgler mit grundsätzlicher Wertschätzung zu begegnen, lässt diesen ein Gefühl wahrnehmen, ernst genommen zu werden. Dies sollte aber nicht aufgesetzt sein, sondern man sollte tatsächlich Kritikpunkte in Betracht ziehen und diese analytisch vortragen. Manchmal ist das Gemecker auch nur ein indirekter Hilferuf, weil ein Kollege innerhalb des Teams meint, nicht genug Aufmerksamkeit zu erhalten. Gelegentlich ist da auch was dran. Sollte es einen reellen Hintergrund geben und die Möglichkeit bestehen, gemeinsam eine Lösung für ein spezifisches Problem zu finden, kann dies oft schon das Problem an sich miterledigen.

2. Setzen Sie Positives gegen Negatives, Verbesserungsvorschläge einfordern

Falls dies nicht zum Erfolg führt, fordern Sie den Kollegen auf, selbst Lösungsvorschläge zu erarbeiten. So spielen Sie den Ball zurück und der Nörgler hat die Chance, seine Bedenken zu reflektieren. Akzeptieren Sie keine schlechte Laune im Sinne einer destruktiven Grundstimmung. Wegducken hilft nicht, dadurch wird das Problem verschleppt und im ungünstigen Fall sogar schleichend größer.

3. Klare Ansage / Maßregelung

Hartnäckige Charakter springen auf konstruktive Gegenhandlungen Ihrerseits auf Sicht nicht an. Hier helfen dann nur die direkte Konfrontation und klare Worte. Nun ist es an der Zeit, das Unverständnis für die Miesmacherei direkt anzusprechen und den Kollegen aufzufordern, dies im Interesse aller anderen einzustellen. Ein chronisches negatives Verhalten eines Einzelnen wird mit Sicherheit auf Dauer das ganze Team herunterziehen. Dem gilt es vorzubeugen. Bleiben Sie dabei aber stets sachlich und vermeiden Sie Beschuldigungen und auf jeden Fall persönliche Angriffe. Damit würden Sie das Gegenteil erreichen, weil diese Menschen dann dichtmachen.

4. Spiegeln Sie das Verhalten des Kollegen

Nutzt auch die dritte Stufe nichts, schalten Sie noch einen Gang höher. Wie beim Märchen von Till Eulenspiegel können Sie versuchen, das Verhalten des Nörglers zu spiegeln. Tun Sie so, als würden Sie die Kritik des Kollegen teilen und übertreiben Sie aber bei der verbalen Wiederholung und dies bei verschiedenen Gelegenheiten. Im Idealfall versteht der Kollege Ihren sprichwörtlichen Wink mit dem Zaunpfahl. Zumindest sorgen Sie für Irritation, die ggf. in eine innere Reflexion der eigenen Denkweisen mündet. In dieser Phase können Sie wiederum versuchen, den Kern des Problems mittels eines sachlichen und ehrlichen Austausches zu beseitigen. Weiterhin ist natürlich Fingerspitzengefühl gefragt, denn nur allzu schnell wird der Kollege bei Angriffen auf Durchzug schalten, Ihre Taktik womöglich durchschauen und sich so am Ende noch bestätigt fühlen.

5. Binden Sie weitere Kollegen mit ein

Hier ist Vorsicht geboten, man sollte selbst nicht als Denunziant dastehen. In Gruppen ergibt sich da oft eine Eigendynamik, die man im Zweifel nicht mehr steuern kann. In der Regel werden Sie aber nicht als Einziger vom Verhalten eines Nörglers genervt sein. Suchen Sie sich also Leidgenossen als Mitstreiter für Ihr Anliegen. Dabei ist es nicht empfehlenswert, wenn Sie in Abwesenheit des Meckerers über ihn sprechen, sondern das Thema im Rahmen einer Teambesprechung angehen. Besser ist es dabei, wenn kein disziplinarischer Vorgesetzter dabei ist, denn dies schafft eine Grundspannung, welche die Diskussion schwieriger macht. Der Chef ist die Ultima Ratio, wenn gar nichts anderes mehr hilft. Manche Unternehmen stellen für solche Situationen auch einen Mediator zur Verfügung, ggf. über den Betriebsrat oder das Human Resources. Schließlich haben auch Arbeitgeber ein natürliches Interesse daran, dass die Mitarbeiter erfolgreich zusammenarbeiten. Störfaktoren werden in heutiger Zeit, auch wegen des zunehmenden Fachkräftemangels in der Regel nicht mehr freigesetzt, sondern man bemüht sich nach Kräften um das sogenannte Team Building.

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