Jahrzehntelang war es zumindest in unseren Breitengraden klar, wie man sich zu bestimmten geschäftlichen Anlässen zu kleiden hatte. Nachdem bis vor gar nicht allzu langer Zeit die Geschäftswelt zumindest ab einer höheren Ebene nahezu rein männlich dominiert war, gab es unausgesprochene, weil als Selbstverständlichkeit erachtete Regeln, wie man sich situationsbedingt zu kleiden hatte. Dies gibt es heutzutage eigentlich nur noch für Uniformberufe, wie z.B. Soldaten, Polizisten, Piloten, Schaffner, Feuerwehrleute oder in Berufen des gewerblichen Bereichs, wo schon aus Arbeitssicherheitsgründen heraus bestimmte Vorschriften gelten und die Kleidung meistens vom Arbeitgeber gestellt wird.

Ausgehend von diversen Bewegungen in den 1960er und 1970er Jahren in den USA, welche unter den Bezeichnungen “Aloha Friday” (Hawaiihemden erlaubt) und „Casual Friday“ (Jeans statt Anzughose und keine Krawatte) setzt sich schleichend ein Trend zu einer weitreichenderen Abstufung der Kleiderordnung je nach Begebenheit durch.

Dies ist zwar als Erleichterung für Teilnehmer an Anlässen gedacht, macht die Sache aber oftmals komplizierter. Vielfach werden daher auf Einladungen oder auf Zuruf durch Vorgesetzte international verständliche Dresscodes ausgegeben, welche für die betroffenen Personen zumindest wesentliche Anhaltspunkte, vor allem im Hinblick auf No-Go’s gibt. Wir stellen die wesentlichen Kleidungsstile für beiderlei Geschlechter vor:

 

1) CASUAL

Damit ist ein kein Schlabberlook á la Al Bundy gemeint, sondern durchaus elegante Kleidung, die man aber auch in der Freizeit tragen könnte. Bei den Herren wären dies z.B. Jeans, Polohemd, je nach Witterung Jackett oder Blouson, aber keinesfalls Turnschuhe und erst recht keine Tennissocken!

Bei den Damen wäre das Äquivalent entweder gleich wie bei den Männern – Stichwort Uni-Sex – oder aber Rock mit Balzer und gerne auch flache, sprich bequeme Schuhe.

 

2) BUSINESS CASUAL

Letztlich ist es hier für die Herren relativ einfach: zum gedeckten Anzug mit ordentlichen Lederschuhen und dunklen Strümpfen fehlt nur noch ein weißes, zumindest helles und auf jeden Fall einfarbiges Hemd. Die Krawatte oder andere Formen des Binders können aber getrost im Schrank gelassen werden.

Die Dame wählt hier am besten ein Kostüm oder einen Hosenanzug mit T-Shirt darunter. Auch hier ist immer darauf zu achten, nicht als Paradiesvogel aufzufallen, sondern einfarbige, gedeckte Farbtöne zu wählen. Auch hier sind flache Schuhe absolut in Ordnung.

Dieser Dresscode setzt sich immer mehr im beruflichen Alltag durch. Sowohl bei klassischen Büroumgebungen, als aber auch in der lange Zeit steifen Welt der Banken und Versicherungen und anderen Branchen mit persönlichem Kundenkontakt als Kernbestandteil der Arbeitsumgebung.

 

3) BUSINESS

Anders als beim „Business Casual“ ist hier beim Herrn die Krawatte und bei der Dame die Bluse Pflicht. Dies ist der eingangs beschriebene Klassiker unter den Dresscodes, der bei wichtigen Präsentationen, Events mit Kunden oder Firmenjubiläen immer noch das Maß aller Dinge ist. Außerdem kleiden sich viele Arbeitnehmer beiderlei Geschlechts auf Grund innerer Unsicherheit auch dann nach diesem Stil, wenn es lockerer zugehen dürfte. Keine Panik, overdressed kann man auf diese Weise eigentlich nicht sein.

 

4) DARK SUIT

Sie machen sich für die Weihnachtsfeier in einem Sternerestaurant fertig? Als Mann greifen Sie da bitte zu einem dunkelblauen oder dunkelgrauen Anzug. Dark bedeutet übersetzt eben dunkel und nicht schwarz. Leider wird dies oftmals verwechselt. Die Dame kann bei diesem Dresscode auch zu einem kleinen Abendkleid und offenen Schuhen sowie Strumpfhose greifen.

 

5) BLACK TIE

Für den Herrn ist es ganz einfach: Smoking mit entsprechendem weißen Hemd ohne sichtbare Knopfleiste und vor allem nicht mit Sportmanschetten und der namensgebenden schwarzen Fliege sind Pflicht! Dem persönlichen Geschmack oder dem jeweiligen Modetrend vorbehalten sind aber die denkbaren Varianten. So kann man zwischen Einreiher oder Zweireiher, zwischen Cummerbund oder Smokingweste wählen. Auch bei den Schuhen gibt es verschiedene Interpretationen. Während Lackschuhe in Nordamerika zum guten Ton gehören und dieser Trend auch nach Asien abfärbte, sind diese in Europa oftmals verpönt. Man wählt meist mattes, schwarzes Lederschuhwerk mit spitzem Zulauf.

Die Dame erscheint in einem langen, festlichen Abendkleid. Der Saum am Ende sollte erst bei den Knöcheln enden. Je nach Anlass sind die Schuhe wählen.

 

Generell: SCHMUCK

Während es bei den Herren generell und weltweit nicht gerne gesehen wird, wenn neben einem Ehe- oder einem Siegelring noch weitere Accessoires sichtbar sind, kommt es bei den Damen auf den Kulturkreis an: in Osteuropa, Zentralasien, Indien und Südamerika darf es gerne viel und auffällig sein. In Zentral- und Westeuropa, Nordamerika, Japan und Ozeanien wird zu viel Schmuck an Damen als unseriös und verrucht angesehen. Dies kann im Geschäftsleben negative Auswirkungen z.B. auf Geschäftsabschlüsse haben.

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