Wer keine Auslandspraktika absolviert hat und auch keine fünf Fremdsprachen spricht, muss sich nicht verstecken! Personalentscheider legen zunehmend den Fokus auf Hobbies und Ehrenämter der Bewerber. War dies lange Zeit eher eine Pflichtangabe am Ende des Lebenslaufs um zu verdeutlichen, dass man neben dem Beruf auch andere Interessen hat, möchten Personaler mittlerweile zunehmend aus diesen Angaben und auch vor allem im Bewerbungsgespräch die sozialen Skills der Kandidaten kennenlernen. Daher hat unsere Freizeitgestaltung einen größeren Einfluss auf unsere Jobchancen, als viele meinen.

 

Fast 40 % aller Menschen in Deutschland sind ehrenamtlich organisiert. Meist geschieht dies in Sportvereinen. Aber auch Rettungsdienste, der Katastrophenschutz (z.B. THW) und Unterstützung in Pflegeeinrichtungen leben als gemeinnützige Einrichtungen letztlich davon, dass sich Menschen für Mitmenschen in ihrer Freizeit einsetzen. Dies geschieht dann entweder aktiv oder in Vorstandsposten wie etwa dem Schatzmeister eines Vereins. Dies gibt dem Leben nicht nur einen erweiterten Sinn neben Familie und Beruf, sondern lässt sich auch positiv bei der Bewerbung nutzen.

 

Manche Menschen haben mehrere Ehrenämter inne. Hier sollte man sich auf die wichtigsten beiden im Lebenslauf konzentrieren. Nur allzu leicht könnte sonst der Eindruck entstehen, dass die Freizeitgestaltung einen höheren Stellenwert genießt, als dies einem Arbeitgeber lieb sein kann. Daher ist es sinnvoll, am Ende des Anschreibens auf das Ehrenamt mit einem Satz einzugehen. Besonders empfiehlt sich das bei vermeintlich gefährlichen Ehrenämtern wie etwa bei der Feuerwehr.

 

Sinnvoll ist freilich ein direkter Bezug des Ehrenamts zur Stelle, auf die man sich bewirbt. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich dazu vor Absenden der Bewerbung ein paar Gedanken zu machen. Schließlich geht es einerseits um die Softskills, andererseits können ehrenamtliche Tätigkeiten auch echte Kompetenzen fördern, welche für ein bestimmtes Berufsbild wichtig sind.

 

Vorsichtig sein sollte man aber mit Aktivitäten im politischen oder religiösen Bereich. Hier kommt es auch darauf an, wo man sich bewirbt. Schreibt man etwa eine parteinahe Stiftung an, kann sich Engagement in der spezifischen Partei auszahlen. Dies gilt auch für Bewerbungen bei kirchlichen Einrichtungen oder z.B. Krankenhäusern und Kindergärten, die einen religiösen Bezug haben. Ansonsten besteht hier aber die Gefahr, sich schnell ins Aus zu manövrieren.

 

Prüfen Sie bei der Beschreibung Ihres Ehrenamtes bzw. Ihres Engagements dort auf folgende persönliche Eigenschaften:

 

  • Teamfähigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Organisationstalent
  • Einsatzbereitschaft
  • Stressresistenz
  • Zuverlässigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Einfühlungsvermögen
  • Kritikfähigkeit
  • Analytische Kompetenz
  • Selbstdisziplin
  • Belastbarkeit und Leistungswille

 

Wer zum Beispiel regelmäßig die Firmgruppen seiner Pfarrei betreut, entsprechende Fahrten für die Jugendlichen organisiert und durchführt, verweist indirekt auf Verantwortungsbewusstsein, Organisationstalent, Stressresistenz und Belastbarkeit.

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