Nur in  Singapur und Südkorea liegt das Verhältnis der eingesetzten Roboter im Vergleich zur  menschlichen Arbeiterschaft noch deutlicher zu Gunsten der Maschinen. Dies hängt vor allem mit der Automobilindustrie als Schlüsselbranche hierzulande zusammen, dort legte die Anzahl der Roboter binnen weniger Jahre um 26 Prozent zu.

 

Automobilindustrie ist wesentlicher Treiber

Am Standort Deutschland kamen im letzten Jahr 2018 auf 10.000 Arbeitnehmer 338 maschinelle Helfer. Dies teile die International Federation of Robotics (IFR) mit. Nur im Stadtstaat Singapur (831 Einheiten) und im hochindustrialisierten Südkorea (774) wurden auf 10.000 Industriearbeiter mehr Roboter eingesetzt. Dass asiatische Standorte die Nase vorne haben, überrascht weniger, denn schließlich ist der ostasiatische Raum seit mehr als 20 Jahren die „verlängerte Werkbank“ für Großkonzerne weltweit. Interessanter ist da der Umstand, dass China und Japan hinter Deutschland als einer alten europäischen Industrienation liegen.

Die Zahl der verkauften Industrie-Roboter hierzulande auf den Rekordwert von fast 27.000 Einheiten, großteils in der Automotive-Sparte. Weltweit betrug jüngst das Wachstum 6 Prozent, bzw. in absoluten Zahlen 422.000. „Wir haben 2018 weltweit eine dynamische Entwicklung mit neuem Umsatzrekord gesehen, auch wenn die Haupt-Roboterkunden – die Automobil- und Elektronikindustrie – ein schwieriges Jahr hatten”, ergänzte der IFR-Präsident Junji Tsuda die Veröffentlichung seiner Vereinigung. Allerdings bremst der laufende Handelskonflikt zwischen den USA und China das Wachstum, weil die Märkte mittlerweile nachhaltig verunsichert sind, Unternehmen dementsprechend nicht zwingend notwendige  Investitionen verschieben.

 

Handelskonflikte führen zu kurzfristiger Wachstumsdelle

Daher rechnet die IFR für 2019 mit einer globalen Wachstumspause. Je nach Ausgang der bzw. Lösung der gegenwärtigen Handelsrestriktionen geht man aber ab 2020 bis 2022 wieder mit einem durchschnittlichen Zuwachs von 12 Prozent pro Jahr aus. Schließlich ist der Trend zur Automatisierung nachhaltig und letztlich unumkehrbar. Dies hat auch damit zu tun, als dass die demographischen Voraussetzungen in den maßgeblichen produzierenden Ländern ein Wachstum mittels Beschäftigungsaufbau nur noch begrenzt zulassen. Die Arbeitsmärkte sind in vielen Fachberufen beinahe leergefegt. Dies betrifft längst nicht nur Europa und Nordamerika, sondern zunehmend auch z.B. China auf Grund der jahrzehntelangen Ein-Kind-Politik. Auch tragen weitere technische Verbesserungen dazu bei, dass bereits ältere Anlagen durch neue ersetzt werden, sodass der Absatz in drei Jahren 2022 auf rund 584.000 Einheiten anwachsen könnte.

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