Wenn der Chef die private Mobilnummer verlangt. Eingriff in das Persönlichkeitsrecht?

Nicht seit Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) Ende Mai dieses Jahres sind private Daten besonders geschützt und jeder Bürger darf weitgehend darüber entscheiden, wer diese Daten überhaupt erhält. Dies gilt auch für eine Mobilfunknummer. Was aber, wenn der Arbeitgeber diese Nummer aus beruflichen Gründen abfragt? Diese Frage hatte jüngst das Thüringer Landesarbeitsgericht zu entscheiden. Wie so oft in rechtlichen Fragen gilt auch hier die Regel: es kommt darauf an, aber es gibt Gründe, die Herausgabenummer verweigern zu können.

Sofern der Arbeitgeber die Möglichkeit hat, seine Arbeitnehmer im Notfall auch anderweitig kontaktieren zu können, haben Arbeitnehmer grundsätzlich das Recht auf Verweigerung der Herausgabe ihrer privaten Mobilfunknummer. Dabei setzt das Gericht überraschend enge Grenzen zur Frage, wann eine Herausgabe notwendig sein könnte. Für das Gericht überwiegt nämlich der mit der Kundgabe der privaten Handynummer verbundene Umstand, dass dadurch der Arbeitnehmer theoretisch rund um die Uhr erreichbar wäre und somit ggf. gar nicht mehr zur Ruhe käme. Im konkreten Fall nannte eine Arbeitnehmerin im öffentlichen Dienst zwar ihre private Festnetz-, nicht aber ihre private Handynummer und erhielt wegen dieser Verweigerung eine Abmahnung. Bereits erstinstanzlich konnte die Arbeitnehmerin einen Sieg davontragen, der nun bestätigt wurde. Die Abmahnung muss nun zurückgenommen und aus ihrer Personalakte entfernt werden.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die Arbeitnehmerin im Rahmen ihrer Tätigkeiten auch Bereitschaftsdienste leistet. Das Gericht vertrat aber die Auffassung, dass zur Kommunikation außerhalb der Arbeitszeiten auch das Festnetztelefon ausreichend sei. Dabei wurde das Gewicht des Datenschutzes vor allem auch im Berufsleben durch Richter Michael Holthaus unterstrichen. Wenn der Arbeitnehmer grundsätzlich nicht mehr zur Ruhe kommen könne, wäre dies ein erheblicher Eingriff in dessen Persönlichkeitsrechte, so die Urteilsbegründung. Das Urteil ist rechtskräftig, da keine Revision zugelassen wurde.

Vor allem jüngere Arbeitnehmer, die keinen Festnetzanschluss haben, weil sie ausschließlich mit dem Mobilgerät kommunizieren, können sich freilich auf dieses Urteil nicht berufen, denn es wurde zudem festgestellt, dass der Arbeitgeber wenigstens eine Möglichkeit zur kurzfristigen Kontaktaufnahme mit seinen Arbeitnehmern haben müsse.

Reverse Mentoring: wenn der Chef von einem Lehrling gecoacht wird

Mit Reverse Mentoring werden die klassischen Rollenmuster umgekehrt. Erfahrene Manager werden hier von vermeintlichen Greenhorns beraten. Aber der Schein trügt oft, was die Fähigkeiten der jungen Mitarbeiter anbelangt, sodass große Konzerne wie die amerikanische IBM, aber auch die Lufthansa dieses Prinzip bereit erfolgreich anwenden. Entfalten können sich die Vorteile aber nur, wenn ein Unternehmen dies nicht als ein isoliertes Projekt betrachtet, sondern in den normalen Workflow einbettet.

Konkreter Ansatz war eine Untersuchung der Personalberatung Rochus Mummert, welche sich mit der Frage, wie fit Führungskräfte im Umgang mit digitaler Technik sind. Hier ist es sehr oft um die notwendige Kompetenz im postindustriellen Zeitalter noch nicht gut bestellt. Einer der wesentlichen Gründe für den daraus resultierenden Nachholbedarf ist der Umstand, als dass sich Führungskräfte in der Regel nur mit Kollegen auf derselben Ebene austauschen. Potential, vor allem von jungen Mitarbeitern, wird meist nicht angezapft. Dies ist einerseits besorgniserregend, eröffnet aber im Hinblick auf das Reverse Monitoring nützliche Aspekte. Hierbei geht es also nicht um eine Spielerei, sondern es bieten sich für beide Seiten interessante neue Eindrücke, einhergehend mit einer Wissensvermittlung, die keine Einbahnstraße ist. Coaching im weitesten Sinne meint meist, dass erfahrende Kollegen an die Jungen ihr Wissen weitergeben. Das steckt auch landläufig in den Köpfen der Entscheider. Sicherlich hat die zunehmend rasant werdende Digitalisierung der Arbeitswelten zu einem Umdenken beigetragen. So wird der Tabubruch zu einer Win-Win in den Unternehmen.

Zu Nutzen machen können sich altgediente Führungskräfte den Umstand, als dass nun sukzessive die ersten „Digital Natives“ in die Unternehmen als Auszubildende oder akademische Trainees vorstoßen. Junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren, die mit dem Internet und seinen stetig wachsenden Möglichkeiten von Kindesbeinen an groß geworden sind und der Umgang damit eine weitgehende Selbstverständlichkeit ist. Diese junge Generation interagiert im sozialen Umfeld daher ganz anders, als die „analogen“ Generationen vor ihnen. Dies macht sich auch innerhalb der Unternehmen bemerkbar. Bei allen vieldiskutierten Risiken überwiegt letztlich die Notwendigkeit einer Anpassung aller Alters- und Hierarchieebenen in den Unternehmen, unabhängig von der Branche und Größe. Hier können schon junge Kollegen mit wenig Berufserfahrung insgesamt einen großen Mehrwert generieren. Entscheidend ist letztlich, dass zum einen sich die Älteren auch wirklich mit der notwendigen Offenheit coachen lassen und zum anderen, dass der Junior-Coach Sensibilität dahingehend entwickelt, als dass Menschen mit wenig Erfahrung im WWW gewisse Hemmschwellen haben und auch die Fachsprache nicht beherrschen. Wenn diese Grundregeln eingehalten werden, kann im Sinne eines Wissensmanagements ein großer Mehrwert für alle Seiten entstehen.

Volksleiden Rückenschmerzen verantwortlich für zig Millionen Ausfalltage

[:de]Sicherlich kennen Sie den Spruch des Horst Schlemmer, alter Ego des Kabarettisten Hans-Peter Kerkeling: „Isch hab‘ Rücken!“ im besten Ruhrpostslang. In der Realität ist das nicht ganz so lustig. Bei den orthopädischen Ärzten sowie den Medizinischen Diensten der Krankenversicherung wird kolportiert, dass Sitzen das neue Rauchen sei.[:]

Work-Life-Balance versus Wochenendarbeit

[:de]Jeder kennt das, meist Freitagnachmittags oder spätestens am frühen Abend. Raus aus der Businesskleidung, rein ins Wochenende. Umfragen haben ergeben, dass auch Arbeitnehmer, die sich voll mit ihrer Tätigkeit identifizieren, nach beendeter Arbeitswoche ein befreiendes Gefühl empfinden und sich auf die beiden freien Tage am Ende der Woche freuen. Nur was ist, wenn einen diverse unerledigte Arbeiten gedanklich quälen und sich deshalb dieses typische Wochenendgefühl nicht einstellen mag?[:]

Die neue EU-Datenschutzgrundverordnung EU-DSGVO ist eine große Herausforderung für alle Unternehmer und Webseitenbetreiber

Heimlich, still und leise trat bereits vor knapp zwei Jahren, am 25. Mai 2016 die neue EU-einheitliche in Kraft. Darin festgehalten wurde eine zweijährige Übergangsfrist, damit die Betroffenen ausreichend Zeit für die vollumfängliche Umsetzung haben. Betroffen ist u.a. jedes Unternehmen, jeder Selbstständige, jeder, der eine Webseite zu gewerblichen Zwecken betreibt. Auf diese Gruppen wollen wir in diesem Beitrag eingehen.

 

Zunächst ist es erstaunlich, dass vor allem der Mittelstand und Freelancer erst wenige Monate vor der „Scharfstellung“ begonnen haben, sich mit dieser spezifischen Materie zu befassen. Dies kann auch damit zusammenhängen, dass derartige Themen nicht im Fokus der Medienöffentlichkeit stehen. Zudem benötigten die einschlägigen IT-Unternehmen mit der notwendigen Weiterentwicklung bzw. Ergänzung der Softwarelösungen für ihre Kunden einige Zeit. Nun drängt die Zeit, es ist gewissermaßen 5 vor 12!

Grundsätzlich verfolgt die Europäische Union mit dieser Novelle das Ziel, den Datenschutz innerhalb der Staatengemeinschaft zu vereinheitlichen und dadurch ein gleich hohes Niveau zu etablieren. Bislang hat jeder Mitgliedsstaat seine eigene Datenschutzrichtlinie. Einige Länder handhaben den Datenschutz bislang sehr lax. Man kann generell festhalten, dass sich diese Verordnung am oberen Ende der Skala befindet, was den Schutz der personenbezogenen Daten sowie der Grundrechte und -freiheiten natürlicher Personen in der EU betrifft. Der Einzelne soll dadurch mehr Kontrolle über seine Daten erhalten, für Wirtschaftstreibende gelten zudem stärkere Transparenz- und Informationspflichten zum Schutz der Betroffenen. Beim letzten Punkt ist Compliance ein wichtiger Punkt.

 

Da wir in Deutschland bereits einen sehr streng ausgelegten Datenschutz leben, ändert sich für uns im Vergleich z. B. zu südosteuropäischen Mitgliedsländern relativ wenig, aber der Teufel steckt im Detail!

 

Zunächst müssen wir uns die Grundsätze beim Datenschutz vergegenwärtigen:

 

Datenvermeidung und Datensparsamkeit
Man darf nur so viele Daten verarbeiten und speichern, wie für den Zweck notwendig sind. Wenn Sie als Reifenhändler einem Kunden halbjährlich die Pneus wechseln und seine Reifen einlagern, ist es nicht erforderlich, dass Sie seinen Familienstand oder gar das Hochzeitsdatum wissen und speichern. Für einen Juwelier, der sich auf Hochzeitsringe spezialisiert hat, kann dies aus Marketinggründen (Gratulation zum Hochzeitstag etc.) von Bedeutung sein.

 

Zweckbindung
Unser Reifenhändler aus dem vorherigen Beispiel darf die Daten seines Kunden nur für die Geschäftsbeziehung im Hinblick auf das spezifische Autozubehör verwenden.

 

Verbot des Erlaubnisvorbehalts
Normalerweise ist unsere Rechtsordnung darauf ausgelegt, dass jeder Bürger tun darf, was nicht verboten ist. Beim Datenschutz wird dies umgekehrt: man darf nur tun, was explizit rechtlich erlaubt ist.

 

Transparenz
Betroffene, deren Daten ausgelesen und gespeichert werden, müssen zwingend darüber informiert werden, warum, wo und wann dies passiert, wer speichert und wie lange.

In Zeiten elektronischer Datenbanken, sogenannte ERP-Lösungen arbeiten die meisten Unternehmen, zunehmend aber auch Selbstständige vor allem im Bereich Werbung, Akquisition und Marketing mit hochsensiblen persönlichen Daten von Einzelpersonen. Die technischen Möglichkeiten, welche sich vor allem in den vergangenen beiden Jahrzehnten im Schatten des Siegeszugs der vernetzten Büro-EDV sowie dies Internets sukzessive ergeben haben, rissen anfangs riesige schwarze Löcher in das Netz des Datenschutzes. Kontinuierlich wurden die Lücken auf nationaler Ebene geschlossen. Mal mehr, mal weniger. Die EU hat nun für […]

Facebook steigt nun auch in die professionelle Jobvermittlung ein

[:de]Bislang verlief im Bereich der sozialen Medien eine unsichtbare Trennmauer zwischen den beruflichen Netzwerken wie XING, LinkedIn oder Experteer auf der einen, sowie Facebook auf der anderen Seite. Nun möchte das weltweit größte Onlinenetzwerk des Entrepreneurs Mark Zuckerberg auch in die professionellen Sphären einsteigen.[:]

Ausblick auf die konjunkturelle Entwicklung – wie nachhaltig ist der Aufschwung?

Herzlich willkommen im neuen Jahr und zurück auf unserem Blog. Schön, dass Sie uns treu bleiben. In unserem ersten Beitrag des neuen Jahres 2018 richtet sich unser Augenmerk auf die Chancen und Risiken des aktuellen Konjunkturzyklus. Die deutsche Wirtschaft befindet sich seit geraumer Zeit in einer ungewöhnlich langen Erfolgsspur. Gegen Jahresende überschlugen sich zahlreiche Wirtschaftsforschungsinstitute und auch die bisherige Bundesregierung mit Erfolgsmeldungen und äußerst rosigen Ausblicken auf die weitere Entwicklung. Dabei sollte man die Risiken nicht aus dem Blick verlieren.

Von |2018-01-09T09:00:22+02:00Januar 9th, 2018|All Entries, Deutsch, News, Unternehmenserfolg, Wissen|0 Kommentare

Lohngefälle zwischen den deutschen Regionen und Bundesländern

In unserem Beitrag der vergangenen Woche gingen wir auf das Gehaltsgefüge verschiedener Branchen und Qualifikationsebenen ein. Es lohnt sich aber auch ein Blick auf die verschiedenen Regionen in Deutschland. Generell ist es Allgemeinwissen, dass im Schnitt im Süden und Westen Deutschlands besser bezahlt wird, als im Osten und Norden. Dennoch überraschen die Abweichungen im Detail. Die Differenz für dasselbe Jobprofil beträgt mitunter mehr als 15.000 Euro!

Von |2017-12-05T09:00:23+02:00Dezember 5th, 2017|All Entries, Deutsch, News, Wissen|0 Kommentare

Fachkräftemangel, unbesetzte Lehrstellen und Arbeitsmigration: wie passt das zusammen?

Der Beginn der sogenannten Flüchtlings- oder Migrationskrise jährte sich gerade zum zweiten Mal, Fachkräftemangel und unbesetzte Lehrstellen beschäftigen die deutsche Gesellschaft schon seit vielen Jahren. Gerne hörte man von der Politik, aber auch den einflussreichen Lobbyverbänden der Arbeitgeber, dass die gewaltige Migration von Nahost und Afrika nach Europa viele Chancen zur Abfederung der Nachwuchsprobleme bei Ausbildungen und Young Professionals im akademischen Bereich zur Sicherung des erreichten Wohlstands in Mittel- und Nordeuropa dienen kann. Sicherlich ist eine differenzierte Sicht auf die Ereignisse, welche die europäischen Gesellschaften auf jeden Fall nachhaltig verändern werden, richtig und notwendig.

Von |2017-09-19T09:00:18+02:00September 19th, 2017|All Entries, Deutsch, News, Wissen|0 Kommentare

Befristung bei Arbeitsverträgen auch bei Verlängerung nur schriftlich und vor Fristablauf gültig

Auch heutzutage gibt es noch die sprichwörtliche Handschlagsqualität: zahlreiche Verträge werden trotz immer komplizierter werdender Rechtsrahmen noch mündlich geschlossen. Vor allem bei Arbeitsverhältnissen jeder Art endet dies bei einer nicht einvernehmlichen Auseinandersetzung immer für den Arbeitgeber teuer. Insbesondere dann, wenn der Vertrag befristet gelten soll, ist die schriftliche Form Pflicht.

Von |2017-06-27T09:00:43+02:00Juni 27th, 2017|All Entries, Deutsch, News, Wissen|0 Kommentare

Burn-Out, weil man ein freundlicher Kollege ist?

Ausgebrannt sein ist mittlerweile eine anerkannte Krankheit und nicht bloß ein Gefühl, das vermeintlich „Faule“ befällt. Insofern ist die Gesellschaft schon etwas weiter, als noch vor ein paar Jahren, als dies als Modeerscheinung abgetan wurde. Nur, wie gerät man in die Spirale ins emotional Bodenlose? Vielfach wird darauf hingewiesen, dass das umfassende digitale Angebot, die ständige Erreichbarkeit und alles, was damit zusammenhängt, Ursachen für einen Burn-Out sein können. Dies ist zwar noch nicht abschließend erforscht, aber sicherlich nicht falsch. Allein verstellt diese Teildebatte den Blick auf eine ganz wesentliche Ursache: dem kollegialen Mit- oder Gegeneinander.

Von |2017-05-30T09:00:46+02:00Mai 30th, 2017|All Entries, Deutsch, Karriere, Wissen|0 Kommentare

Bei der betrieblichen Altersvorsorge hat der Arbeitgeber ein Mitspracherecht

Unsicherheit bei der Frage nach der Höhe der gesetzlichen Rente im Alter sowie auch durch Marketing begleitete politische Initiativen sehr mehr als 15 Jahren ermuntern immer mehr Arbeitnehmer zum Abschluss einer sogenannten BAV, zumal diese auf Grund von Zuschüssen und flexibleren Angeboten oftmals attraktiver ist als die sogenannten Riesterrenten. Bei der BAV wird im Rahmen der Entgeltumwandlung aus Gehalt oftmals ein Teil des Sparbetrags in eine Lebensversicherung. Doch obwohl Angestellte und Arbeiter diese Lohnumwandlung stets freiwillig nutzen, können sie über eine Kündigung nicht immer allein entscheiden. Das zeigt nun ein aktuelles Urteil aus Köln.

 

Haben Beschäftigte mit ihrem Arbeitgeber im Zuge der gesetzlich geregelten Entgeltumwandlung eine Lebensversicherung abgeschlossen, können sie diese nicht in jedem Fall einseitig kündigen. Wird der Arbeitgeber aufgefordert, der Kündigung zuzustimmen, kann er dies unter bestimmten Voraussetzungen auch ablehnen. Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins hin. Sie bezieht sich auf ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Köln (Aktenzeichen: 9 Sa 14/16).

 

Im konkreten Fall schlossen Mitarbeiter und dessen Arbeitgeber eine Vereinbarung über eine BAV als Lebensversicherung. Ende des Jahres 2009 wurde der Vertrag auf ruhend gestellt. Der Rückkaufswert wurde fünf Jahre später auf rund 6400 Euro taxiert. Als der Mitarbeiter in eine finanzielle Schieflage geriet, kündigte er mit Schreiben vom Januar 2013 den Versicherungsvertrag. Die Versicherungsgesellschaft wiederum bat den Arbeitgeber um Zustimmung zur Kündigung. Das tat er aber nicht. Daraufhin verklagte der Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber.

 

Damit hatte er aber letztlich keinen Erfolg. Zwar sei ein Anspruch auf vorzeitige Auszahlung einer betrieblichen Altersversorgung wegen der finanziellen Notlage des Arbeitnehmers nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Aber ein solcher Anspruch könne nur bestehen, wenn die Auflösung geeignet und erforderlich ist, die Notlage zu beenden, und die Interessen des Arbeitgebers angemessene Beachtung finden. Das war nach Auffassung des Gerichts hier nicht der Fall. Zudem müssten die gesamten eingesparten Sozialabgaben auf die Beitragssumme nachgezahlt werden, weil der Vertrag ja nicht enderfüllt wurde. Darüber hinaus erfolgte aus demselben Grund eine steuerliche Nachveranlagung. Das würde den Rückkaufswert erheblich mindern und außerdem die Verschleuderung eines vom Arbeitgeber mitaufgebauten Vermögens darstellen. Außerdem sei die Kündigung der Lebensversicherung für den Arbeitgeber mit hohem Verwaltungsaufwand verbunden, befand das Gericht.

Von |2017-04-18T09:00:50+02:00April 18th, 2017|All Entries, Deutsch, News, Wissen|0 Kommentare

Achtung Falle! Gefälschte Stellenangebote per E-Mail

Schon seit längerem ist Fishing über gefälschte E-Mails ein Thema. Bislang wurden hauptsächlich Bankkunden und Nutzer von Onlinebezahlsystemen mit dieser Masche traktiert. Nun betrifft es seit Anfang März massiv auch Bewerber. Dabei werden von täuschend echt nachgemachten E-Mailadressen meist namhafter Konzerne Stellenanzeigen oder Loginbestätigungen für Bewerbermanagementsysteme versendet.

Von |2017-03-14T09:00:20+02:00März 14th, 2017|All Entries, Bewerbung, Deutsch, News, Wissen|0 Kommentare

Lücken im Lebenslauf sind kein Beinbruch, wenn sie ehrlich erklärt werden

Schon seit mehr als zwei Jahrzehnten sind Entwicklungen zu beobachten, die aus verschiedenen Gründen dazu führen, dass immer mehr Bewerber keinen klassischen lückenlosen Lebenslauf mehr vorlegen können. Die gute alte „Deutschland AG“, wie man die Binnenwirtschaft während der deutschen Teilung im damaligen Westen gerne nannte, wurde durch Mergers, Fusionen, Insolvenzen auf der einen Seite, dem Aufkommen neuer Technologien auf der anderen Seite sukzessive abgewickelt. Die Globalisierung ist der Augenscheinlichste für mehrere Gründe, warum deutsche Karrieren immer häufiger Lücken und Knicks aufweisen. Nicht mehr selten verlaufen Karrierewege nicht mehr geradlinig. Dies können häufige Jobwechsel, vorzeitige Kündigungen, oder auch ein Neustart zur Folge haben. Man sollte als Bewerber gerne kreativ formulieren, dabei aber nicht die Unwahrheit dokumentieren. Karriereberater geben wertvolle Hinweise, wie Kandidaten sich im optimalen Licht darstellen können.

 

Kündigung im Frühjahr, neue Stelle aber erst im Herbst? Lücken von mehr als sechs Monaten, in konservativen Branchen auch schon ab zwei Monaten müssen entweder im Lebenslauf oder zumindest im Anschreiben erklärt werden. Darauf zu hoffen, dass es schon nicht auffällt, ist weitgehend zwecklos. Sogenannte A-B-C Analysen erfolgen heutzutage meist standardisiert und bei wem Unklarheiten nach der ersten Prüfung offen bleiben, der wird in aller Regel nicht im „A-Stapel“ landen. So kann man sich trotz bester Qualifikation und Referenzen leichtfertig um eine Chance bringen.

 

Idealerweise erklären Sie eine oder mehrere Lücken direkt im Lebenslauf. Dies hat den Vorteil, dass Ihr Curriculum chronologisch keine zeitlichen Diskrepanzen aufweist und dadurch die Lücken nicht nur sichtbar dokumentiert sind, sondern sich zugleich auch Erklärungen finden. Es ist immer negativ, wenn der Personaler das Gefühl hat, einen Bewerber bei etwas ertappt zu haben. Wenn man selbst schon beim Erstkontakt mit einem Arbeitgeber mittels der üblichen Unterlagen in die Offensive geht, kann man dieses schlechte Bauchgefühl vermeiden. Im Anschreiben kommen Erklärungen sie möglicherweise zu spät, weil im Rahmen der Vorauswahl normalerweise zuerst die CVs gelesen werden und dann der Blick auf Anschreiben und Zeugnisse fällt. Ehrlichkeit währt auch in diesem Fall am längsten. Erfinden Sie keine Weltreise, wenn Sie z.B. nach einer überraschenden betriebsbedingten Kündigung mehrere Monate sogenannter Kunde bei der Arbeitsagentur waren. Zu dieser Weltreise könnten Sie selbst bei Einladung zu einem Bewerbungsgespräch ebendort befragt werden und dann sind Sie wohl blank, was Ihre Eindrücke von Asien oder Südamerika betrifft. Damit wäre das Gespräch normalerweise beendet und ein anderer bekommt den Job. Verstricken Sie sich also nicht fahrlässig in solche Widersprüche. Wenn Ihnen gekündigt wurde, der alte Arbeitgeber zahlungsunfähig wurde, Sie im Rahmen einer Unternehmensfusion in Richtung einer Auffanggesellschaft „abgebaut“ wurden o.ä., dann schreiben Sie das auch so im Lebenslauf. Das gilt natürlich auch für Schicksalsschläge der Vergangenheit, etwa ein akuter Pflegefall in der Familie, weswegen Sie Ihre alte Stellung aus Zeitgründen aufgegeben haben. Oder auch, wenn Sie sich dazu entschieden hatten, über die Länge der Elternzeit hinaus für Ihr Kleinkind ganztags dazusein und Sie sich daher auf eine Aufhebung gebeten hatten. Gründe gibt es viele und die meisten Leser Ihrer Bewerbung haben entweder selbst oder in ihrem persönlichen Umfeld ähnliche Themen erleben müssen. […]

Von |2017-03-07T09:00:22+02:00März 7th, 2017|All Entries, Bewerbung, Deutsch, Karriere, News, Wissen|0 Kommentare

Surfen über den Wolken und auf der Schiene: Lufthansa und Deutsche Bahn bauen ihre WLAN-Netze aus.

Seit langem fordern vor allem Geschäftsleute die Möglichkeit, auch während des Fluges Zugang zum Internet zu erhalten. Lange Zeit stand die Befürchtung, die Nutzung elektronischer Geräte würde die Flugsicherheit gefährden, diesem Wunsch fundamental entgegen. Langjährige, intensive Tests führten aber zu dem Ergebnis, dass die Nutzung der gängigen elektronischen Geräte wie Smartphones oder Notebooks keine sicherheitsrelevanten Aspekte hervorrufen.

Von |2017-01-24T09:00:18+02:00Januar 24th, 2017|All Entries, Deutsch, News, Wissen|0 Kommentare

Erneute Rentenreform: welche Pläne verfolgt die Regierung und sind sie diesmal nachhaltig?

Nicht nur das Jahr, sondern perspektivisch auch die laufende Legislaturperiode neigt sich dem Ende entgegen. Erfahrungsgemäß beginnen Wahlkämpfe zum Bundestag immer früher, was oftmals zum Stillstand bzw. zur reinen Verwaltung durch die Bundesregierung führt, weil sich keine Seite mehr eine Blöße geben will. Diesmal scheint es anders zu sein, denn zum einen stehen im Frühjahr 2017 wichtige Landtagswahlen an, zum anderen ist der Kampf um die Stimmen der stetig wachsenden Gruppe der Rentner unter Umständen entscheidend für den Wahlerfolg der eigenen Partei.

Von |2016-11-15T12:57:52+02:00November 15th, 2016|All Entries, Deutsch, News, Wissen|0 Kommentare

Europäisch-kanadisches Abkommen CETA unterzeichnet – welche Auswirkungen hat dies für den deutschen Arbeitsmarkt?

Die Freihandelsabkommen mit den nordamerikanischen Staaten sind in diesen Tagen viel diskutiert, wobei nahezu jeder zugeben muss, kaum Details zu kennen. Dies ist auch kein Wunder, denn die Verhandlungen fanden weitgehend in geheim agierenden Arbeitsgruppen statt. Dies mag mancher kritisieren, aber der Hintergrund ist nicht, die Völker über die Absichten zu täuschen, sondern die Erarbeitung und Feinabstimmung tatsächlich auf Spezialistenebene vorzunehmen.

Von |2016-11-08T09:00:39+02:00November 8th, 2016|All Entries, Arbeiten im Ausland, Deutsch, Neue Arbeitswelt, News, Wissen|0 Kommentare

Avoid Option Paralysis

We all make a myriad of choices every day, whether it’s unconscious ones like which sock to put on first, minor ones like picking the cereal for breakfast, or major ones like deciding whether to change jobs. Plainly, without the ability to make choices, none of us would be able to function in our everyday world.

Von |2016-07-05T09:49:32+02:00Juli 5th, 2016|All Entries, English, Wissen|0 Kommentare

Die Qual der Wahl

Jeder trifft tagtäglich unzählige Entscheidungen. Die meisten davon sind klein und unbewusst, wie die Frage welcher Socken nun zuerst angezogen wird, oder welches Müsli heute zum Frühstück vertilgt wird. Aber es gibt auch größere, wie die Frage, ob man den Job wechselt oder eben nicht. Ohne die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, wären der Alltag schlicht nicht zu bewältigen.

Von |2016-06-14T09:13:07+02:00Juni 14th, 2016|All Entries, Deutsch, Wissen|0 Kommentare