Neue, spezifische Studiengänge für die digitalisierte Arbeitswelt

Kann man Digitalisierung studieren? Mittlerweile ja, denn zwischenzeitlich wurden mehrere Studiengänge etabliert bzw. bestehende, die sich um die Herausforderungen der nahen Zukunft drehen und den Absolventen glänzende Berufsaussichten nahezu garantieren dürfte. Wir stellen die wesentlichen akademischen Module kurz vor:

Betriebswirtschaftslehre – Digitale Wirtschaft (Bachelor of Science)

Als Klassiker kann das Studium der Betriebswirtschaftslehre gelten. In Berlin kann man seit drei Jahren diesen Studiengang mit dem Schwerpunkt Digitale Wirtschaft belegen. Die Beuth Hochschule für Technik bietet Wissensvermittlung über die normale BWL hinaus, indem Studenten lernen, wie z.B. Dienstleistungen über digitale Netze vertrieben werden können, oder auch wie die Lieferantenkette mittels digitaler Vernetzung optimiert werden kann. Hinzukommen Module wie die Grundlagen der digitalen Medien, Innovationsmanagement,  Projektmanagement, Produktentwicklung sowie Marketing mit Fokus auf Digitales.

Automation und Industrie 4.0 (Bachelor of Engineering)

Für angehende Ingenieure empfiehlt sich in diesem Kontext der Studiengang der Hochschule Mittweida, welcher seit zwei Jahren angeboten wird und ohne Zulassungsbeschränkungen angeboten wird. Im Rahmen der üblichen 6 Semester für einen Bachelorstudiengang lernen die Studenten umfangreiche Kenntnisse über Fertigungsabläufe, Robotik und digitale Vernetzung. Eingesetzt werden können die Kenntnisse schwerpunktmäßig überall dort, wo Produktionsstandorte vernetzt werden sollen, vornehmlich in der Automobil- und Maschinenbauindustrie.

Gründung, Innovation, Führung (Bachelor of Arts)

Die Hochschule in Bremerhaven setzt den Schwerpunkt auf junge Leute, die vorhaben, ein Start-Up zu gründen. Gibt es solche Möglichkeiten bisher nur als Weiterbildung oder Aufbaustudiengang, handelt es sich hier um einen vollwertigen Erstabschluss als Bachelor. Die Studenten sind dabei aufgefordert, mit der Gründung schon während des Studiums zu beginnen, es handelt sich dennoch nicht um einen klassischen dualen Studiengang, da es um Selbstständigkeit geht. Bevorzugt sollen Kommilitonen ein Gründungsteam bilden. Das Kapital dafür sollen sich die jungen Erwachsenen selbst organisieren. Der Studienplan weicht dabei deutlich von den üblichen Vorlesungs-, Seminar- und Klausurintervallen ab. Start ist zum Wintersemester 2018/19, als Alternative zu den Prüfungsnachweisen sollen sogenannte Reflexionspapiere gelten.

E-Commerce und Digital Retail Management (Bachelor of Arts)

Die schon erwähnte Hochschule im sächsischen Mittweida hat noch einen weiteren Studiengang parat. E-Commerce meint vor allem den Einzelhandel im Internet, welcher zunehmend mobil über Apps und Gadgets steuerbar ist. Trotz der Marktbeherrschung durch die Onlinegiganten Amazon oder Zalando bieten sich noch zahlreiche Nischen für Entrepreneure, aber auch für bisher „offline“ agierende Händler um ihre Produkte im Web abzusetzen. In diesem ebenfalls sechssemestrigen Studienangebot werden die Grundlagen für E-Commerce vermittelt, aber auch Strategien für eine sich rasch ändernde Marktumgebung nähergebracht. Wer sich danach kein Start-Up zutraut, kann sich mit einigen Erfolgsaussichten im weiten Feld des Einzelhandels und der artverwandten Logistikbranche eine berufliche Herausforderung suchen.

Digital Transformation Management (Master of Arts)

Dieser neue Studiengang wird ab dem Sommersemester 2019 von der Rheinischen Hochschule Köln angeboten und richtet sich vor allem an Bachelorabsolventen der Wirtschaftswissenschaften. Der betriebswirtschaftliche Studienplan wird hierbei zielführend um Module zu den Themen Transformationsprozesse durch Digitalisierung (Führungs- und auch Fachkräfte betreffend) sowie Umgestaltung des Unternehmens in diesem Zusammenhang erweitert. Ergänzt um die Bereiche der Sozialpsychologie und der Organisationssoziologie werden auch IT-Kurse angeboten, damit die […]

Freistellungsverpflichtung bei ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern? Nicht unbedingt!

Viele Arbeitnehmer engagieren sich neben dem Beruf und Familie im ehrenamtlichen Umfeld. Vielfältige Aufgaben in Staat und Gesellschaft lassen sich letztlich nur durch dieses bürgerschaftliche Engagement bewältigen. Manchmal lassen sich diese Aktivitäten nicht nach Feierabend oder am Wochenende in den Zeitplan einbauen. Sobald das Ehrenamt mit dem Job zeitlich kollidiert, muss man sich genau ansehen, um welche Tätigkeit es handelt.

Eine generelle Freistellung durch den Arbeitgeber gibt es nicht. Entscheidend ist in der Regel ein gesteigertes öffentliches Interesse an der Tätigkeit. Wer sich bei der Feuerwehr oder dem Technischen Hilfswerk, einer Rettungsorganisation wie dem Roten Kreuz, als Stadt- bzw. Gemeinderatsmitglied oder auch als Schöffe bei Gericht engagiert, kann auf staatlichen Schutz bauen. Beim Amt als Schöffe kann es sogar vorkommen, dass man behördlicherseits zur Ausübung innerhalb eines bestimmten Zeitraums dazu verdonnert wird, falls sich nicht genügend Freiwillige finden lassen. Dies kommt selten vor, aber es gibt grundsätzlich wenig Möglichkeiten, sich dieser Verpflichtung zu entziehen. Auf keinen Fall kann man seine Arbeitsstelle als Grund angeben. Der Chef ist zur Freistellung verpflichtet, damit der Angestellte Gerichtsverhandlungen wahrnehmen kann. Auch bei anderen Ehrenämtern, deren Ausübung dem Gemeinwohl verpflichtet ist, muss der Arbeitgeber deren Ausübung auch während der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit ermöglichen, beispielsweise wenn das Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Bereitschaft hat und ein Brand während der üblichen Bürozeiten bekämpft werden muss. Übrigens hat der Mitarbeiter in diesen Fällen auch Anspruch auf Lohnfortzahlung und Erholung, vor allem beim Thema Feuerwehr oder THW. In den jeweiligen Gesetzen der Bundesländer ist geregelt, welche finanziellen Kompensationen die Arbeitgeber vom Staat erhalten können, damit die Belastung nicht zu einseitig ist.

Natürlich ist es unabhängig von einer gesetzlichen Freistellungsverpflichtung immer empfehlenswert, mit dem Vorgesetzten vorher die eigenen Aktivitäten in Bezug auf ein Ehrenamt zu besprechen. Meist finden sich Lösungen, wie dass der Mitarbeiter flexibel nacharbeiten kann oder aber Überstunden dadurch abbummelt. In der Regel wird ehrenamtliches Engagement positiv gesehen.

Ganz selten ist es für den Arbeitgeber möglich, ein Veto einzulegen, auch wenn es sich um eine Tätigkeit im öffentlichen Interesse handelt. Zum Beispiel dann, wenn der Arbeitnehmer eine Schlüsselfunktion im Unternehmen ausübt, viel auf internationalen Geschäftsreisen ist oder anderweitig an verschiedenen, weit entfernten Standorten tätig ist. Hier wäre der Eingriff in die betrieblichen Abläufe zu groß und daher nicht zumutbar. Es handelt sich stets um eine Einzelfallentscheidung.

Eines muss aber klar sein: ehrenamtlich tätige Mitarbeiter dürfen für diese Themen keine betrieblichen Mittel nutzen. Hier muss eine deutliche Trennung gemacht werden. Drucken Sie also keine Flyer über den Drucker im Büro aus, nutzen Sie auch nicht das Bürotelefon für Ihr Ehrenamt, auch als Poststelle sollte der Arbeitgeber nicht fungieren.

Schichtarbeit nimmt immer mehr zu. Welche rechtlichen Regeln gelten?

In immer mehr Berufsfeldern ruht die Arbeit nie. Längt sind davon nicht nur Industriebetriebe oder Krankenhäuser betroffen – nicht zu vergessen Polizei und Feuerwehr – auch sind viele Callcenter und andere Services rund um die Uhr besetzt. Dies bedingt natürlich immer Schichtarbeit. Bei 24 Stunden pro Tag wird meist das Modell des Drei-Schicht-Betriebs angewandt. Dabei zeigen Tendenzen auch im Produktions- und Logistikgewerbe, dass mittlerweile kein Schwerpunkt auf der Tagschicht deutlich erkennbar ist. Termindruck im Hinblick auf immer kürzere Lieferzeiten auf Basis der Methoden just-in-time und just-in-sequence hat die Zahl der Beschäftigten in den Früh- und Spätschichten in letzter Zeit signifikant erhöht.

Welche Regeln gelten im deutschen Arbeitsrecht?

Grundsätzlich muss zwischen zwei Schichten eine Ruhezeit von 11 Stunden liegen und für Sonntage sind sogenannte Ersatzruhetage einzuräumen. Die Höchstarbeitszeit am Stück darf 10 Stunden laut Arbeitszeitgesetz nicht überschreiten, dabei sind diverse Pausen einzubauen. Dauerhaft ist dies nicht erlaubt, im Durchschnitt sind 8 Stunden am Stück zuzüglich Pausen einzuhalten. Soweit die Regel. Mit Ausnahmegenehmigungen sind auch 12-Stunden-Schichten möglich, sofern die Arbeitnehmer dann auf eine Dreitagewoche kommen. Die Möglichkeit, ausreichend Erholungsphasen einzubauen, muss stets gegeben sein.

Auf dieser Basis erarbeiten viele Unternehmen individuelle Lösungen, die an ihre Bedürfnisse angepasst sind. Schichtpläne sind, wenn sie die beiderseitigen Interessen abbilden sollen, immer ein Kunststück. Dies gilt insbesondere dann, wenn sowohl Vollzeit-, als auch Teilzeitbeschäftigte in diese Pläne einzubauen sind. Dabei ist den Arbeitnehmern mit anteiliger Arbeitszeit insgesamt mehr Freizeit in Form von mehr arbeitsfreien Tagen zu gewähren.

Einflussmöglichkeiten der Beschäftigten auf ihren Dienstplan

Unabhängig davon, ob ein Betriebsrat existiert, haben die Mitarbeiter immer ein Recht auf Mitbestimmung Ein Betriebsrat ist zwingend in die Erstellung von Schichtplänen einzubeziehen. Die Arbeitnehmervertreter sollten im Normalfall die jeweiligen Bedürfnisse der Betroffenen kennen. Kindererziehung, Pflege Angehöriger, oder private Fortbildungsmaßnahmen schränken oft die Flexibilität ein. Hierbei müssen die Betriebsräte nicht abwarten, bis der Arbeitgeber auf sie zugeht, sie können auch selbst initiativ werden.

In anderen Fällen, vor allem bei kleineren Unternehmen, hat der Vorgesetzte bzw. der Schichtplaner mehr Spielraum. Aber auch hier müssen die betroffenen Beschäftigten zwingend angehört werden. Oftmals gibt es Möglichkeiten des gegenseitigen Interessenausgleichs. Ein junger lediger Mitarbeiter möchte vielleicht gerne nachts oder an den Wochenenden arbeiten und sich dadurch Zulagen oder einen Sonderurlaub verdienen.

Streitpunkt Nachtschicht

Der natürliche Biorhythmus des Menschen kommt bei vielen Nachtschichten erwiesenermaßen aus dem Gleichgewicht. Daher sind hier die Regelungen relativ streng. Maximal drei Nachtschichten hintereinander empfehlen Arbeitsmediziner. Längere Intervalle scheinen für die Gesundheit der Beschäftigten eine größere Belastung darzustellen. Nach mehreren Nachtschichten sollte mindestens ein kompletter Ruhetag eingebaut werden, damit sich die innere Uhr wieder erholen kann. Besser wären 48 Stunden Pause, was in der Praxis aber nicht immer realisierbar ist.

Als zweckmäßig haben sich sogenannte vorwärtsrotierende Schichtpläne erwiesen. Hierbei beginnt der Arbeitnehmer die erste Phase als Frühschicht, nach ca. einer Woche folgt der Wechsel in die Tagschicht, dann am Ende zwei oder drei Nachtschichten.

Zur Vorbeugung wird Schichtarbeitern gesetzlich das Recht auf regelmäßige Untersuchungen eingeräumt. Hier liegt der Fokus insbesondere auf […]

Per Blue Card in die EU – Deutschland Nummer 1 für ausländische Fachkräfte

Schon seit einigen Jahren nimmt Deutschland beim EU-Programm „Blue Card“ den ersten Platz ein. Dies bedeutet nicht weniger, als dass hier für hochqualifizierte Spezialisten einerseits enorme Bedarfe auf Seiten der Arbeitgeber bestehen, andererseits dass die Bundesrepublik für diese Personengruppe einen attraktiven neuen Lebensmittelpunkt darstellt. Ca. 87 % aller Inhaber dieses speziellen Passes landen in Deutschland, die weiteren 13 % in den anderen derzeit noch 27 EU-Mitgliedsländern.

Wer nicht aus einem EU-Staat kommt, in Deutschland aber dauerhaft zum Zweck der Arbeitsaufnahme leben möchte, hat die Möglichkeit, sich im Rahmen des sogenannten Blue-Card-Programms um eine Arbeitserlaubnis hierzulande zu bewerben. Dabei stammen die meisten Fachkräfte über die letzten Jahre hinweg meist aus Indien, China und Russland. Gefragt sind im Hinblick auf die Qualifikation vor allem die MINT-Berufe. Das heißt mehrheitlich haben Spezialisten auf den Feldern der Informationstechnologien, der Ingenieurwissenschaften und des Maschinenbaus die besten Chancen auf eine dauerhafte Einwanderung. In den vergangenen 20 Jahren wurden vielfältige Voraussetzungen für die gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen, vor allem universitärer Grade und Titel auf den Weg gebracht. Dies ist Grundvoraussetzung dafür, dass Arbeitgeber leicht erkennen können, ob ein Kandidat aus dem fernen Ausland die notwendigen Kenntnisse mitbringt. Als zweite Hürde, die aber in Deutschland angesichts des Lohnniveaus leicht genommen werden kann, ist die Gehaltsuntergrenze. So müssen Bewerber grundsätzlich mindestens 52.000 Euro pro Jahr verdienen, bei den schon erwähnten Mangelberufen in den Naturwissenschaften, Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Humanmedizin und IT liegt die Mindestgrenze bei 40.560 Euro und damit bewusst etwas darunter. Die Blue Card, mit der natürlich auch eine Aufenthaltserlaubnis verbunden ist, gilt für ein bis vier Jahre, es besteht auch die Möglichkeit, nach 21 bis 33 Monaten einen dauerhaften Aufenthaltstitel zu beantragen und sich damit aus diesem spezifischen Programm zu entkoppeln.

Diese Angebote richten sich derzeit vor allem an Akademiker, die Hürden sind dementsprechend hoch. Das Ganze geht auf eine Idee des damaligen Bundeskanzlers Schröder um die Jahrtausendwende zurück. Man wollte einerseits mit Rücksicht auf damalige parlamentarische Mehrheitsverhältnisse ein generelles Einwanderungsgesetz umgehen, indem diese Möglichkeit erfunden wurde. Zu dieser Zeit warb die damals oppositionelle CDU mit dem Slogan „Kinder statt Inder“ um Stimmen. Mittlerweile hat sich bei allen im derzeitigen Bundestag vertretenen Fraktionen aber die Erkenntnis durchgesetzt, dass die zunehmende Überalterung verbunden mit einer stetigen Schrumpfung der Gesellschaft Einwanderung notwendig ist, damit das Lebensniveau und Deutschland dauerhaft gesichert werden kann. Daher hörte man in der parlamentarischen Sommerpause aus den unionsgeführten Ministerien für Inneres und Gesundheit, dass man solche Programm wie die Blue Card auch auf zahlreiche Berufe in der Pflege und im Handwerk ausdehnen müsste. Eine interessante Entwicklung innerhalb einer Generation, zumal vielfach noch dieselben Politiker an den Schalthebeln der Macht sitzen, die solche Ideen einst als gefährlich rigoros abgelehnt hatten. Die Misere bei der Besetzung der Ausbildungsplätze, die sich seit Längerem von Jahr zu Jahr wiederholt und über die wir kürzlich an dieser Stelle berichteten, spricht Bände. Darüber hinaus wächst auch der allgemeine Dienstleistungssektor rasant, es werden längst nicht nur akademische Spezialisten gesucht. Da immer mehr Unternehmen Aufträge mangels Personal ablehnen müssen, hat dies […]

Spendiert der Chef ein Pendlerticket, ist das ein geldwerter Vorteil!

Viele Arten der steuer- und abgabenoptimierten Leistungen neben dem eigentlichen Gehalt gibt es in Deutschland. Ob der Zuschuss zum Mittagessen oder aber auch die ganze oder teilweise Übernahme der Fahrtkosten mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Rahmen von Monatskarten sind beliebt, denn zum einen kann der Arbeitgeber den Mitarbeiter so besser binden und motivieren, zum anderen sind diese Art der Benefits – anders als die klassische Bruttogehaltserhöhung – bis zu bestimmten Freigrenzen von Abgaben befreit.

Hier ist aber Vorsicht geboten, denn diese Freigrenzen sind schnell erreicht und dies schmälert dann zum Ärger vor allem des Mitarbeiters die tatsächliche Ersparnis. Wir erklären, was es zu beachten gilt, damit diese Zugaben ihren eigentlichen Zweck wirklich zufriedenstellend erfüllen.

Am einfachsten ist es, wenn der Arbeitgeber eine ganze Gruppe von Beschäftigten mit einem Jobticket versorgen will bzw. kann. Hier räumen Verkehrsverbünde meist einen Mengenrabatt ein. Gibt der Arbeitgeber nur diesen Rabatt an seine Angestellten weiter und zieht damit den Ist-Preis für die Fahrkarte 1:1 vom Nettolohn des Mitarbeiters ab, ist noch kein geldwerter Vorteil im steuer- und abgabenrechtlichen Sinne entstanden. Anders sieht es aus, wenn Zuschüsse bis hin zur vollen Übernahme des Fahrpreises gewährt werden. Dann gilt der gesamte, so bezuschusste Betrag als zu versteuernd. Es gilt hier, eine Freigrenze in Höhe von EUR 44,00 insgesamt für alle geldwerten Vorteile pro Monat zu beachten. Eventuelle Essensmarken müssten also ebenso addiert werden. Freigrenze bedeutet übrigens nicht, dass erst ab dem ersten Cent über EUR 44,00 versteuert werden muss, sondern bei Überschreitung ist dann der ganze Zuschuss bzw. alle Zuschüsse gesamt der Versteuerung zu unterziehen.

Hier gibt es nun zwei Lösungen, bleiben beim Jobticket:

Entweder, der Arbeitnehmer übernimmt die Mehrkosten für die Monatskarte über die EUR 44,00 hinausgehend mittels Abzug vom Nettogehalt. Dann ist die Ersparnis unter Umständen immer noch größer, als wenn der gesamte Ticketpreis wie normales Einkommen versteuert wird.

Oder der Arbeitgeber versteuert den Gesamtpreis bei Überschreiten der EUR 44,00 mit 15 % pauschal. Dann entfallen für den Arbeitnehmer immerhin die Steuern, nicht aber die Sozialversicherungsbeiträge auf den realen Ticketpreis. Und auch hier darf man nicht in eine Falle tappen, denn zum einen kann der Arbeitgeber die Pauschalsteuer wieder auf den Mitarbeiter abwälzen und diese Steuer darf zudem maximal so hoch sein wie die Werbungskosten, welche der Mitarbeiter für sein Berufspendeln in der Steuererklärung angeben kann. Alle geldwerten Vorteile rund um die Bezuschussung des Anfahrtsweges zur Arbeit müssen auf der Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen werden. Es erfolgt dann nämlich eine Aufrechnung mit der Entfernungspauschale. Sich das Pendeln also gewissermaßen doppelt vom Arbeitgeber und dem Fiskus bezahlen lassen, funktioniert nicht. Auf diese „findige“ Idee sind die Finanzbehörden schon lange gekommen und haben dem einen Riegel vorgeschoben.

Kein Ausweg ist übrigens der Kauf eines Jahrestickets über diesen Zuschussmodus. Dieses wird zwar oft günstiger angeboten als die Summe der 12 Monatstickets, wäre aber im Monat der Anschaffung voll zu versteuern.

Ist Deutschland chronisch übermüdet? Forscher warnen vor Schlafmangel

Schon seit geraumer Zeit wurden Zusammenhänge zwischen dem sozial meist erzwungenen Arbeits- bzw. Schulrhythmus und dem Schlafverhalten festgestellt. Auch ist bekannt, dass es verschiedene „Schlaftypen“ gibt: die Frühaufsteher und die nachtaktiven Langschläfer. Seit dem Beginn der Industrialisierung vor knapp 200 Jahren ist der Mensch aber weitgehend durchgetaktet und hat sich an feste Zeiten zu halten. Das Leben nach der Uhr ist die Regel geworden. Daran hat auch der derzeitige Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft nichts geändert.

Aber nicht nur die Uhrzeiten, sondern auch die tatsächliche durchschnittliche Schlafdauer wird zunehmend zu einem gesellschaftlichen Problem. Es wäre zu kurz gegriffen, diesen Umstand nur auf die Arbeit oder die Schule respektive Universität zu schieben. Auch Freizeitaktivitäten, vor allem Fernsehen und vor dem PC oder dem Smartphone verbrachte Zeit verkürzen den Nachtschlaf erheblich. Dies auch schon bei Kindern und Jugendlichen.

Gerade wir Deutschen sind ein Volk, das in alter preußischer Pflichtmanier den Schlaf nicht schätzt. Dies hat sich chronisch über viele Generationen tradiert. Dies sieht man vor allem bei Vergleichen  mit unseren benachbarten Nationen. Es handelt sich also um kein generelles Problem der Industrienationen.

Es gilt die allgemeine Faustregel, dass ein Mensch, der innerhalb eines Monats an mindestens drei Nächten in der Woche kaum einschlafen oder durchschlafen kann, professionelle Hilfe braucht. Zumal mit diesem chronischen Phänomen meist negative Begleiterscheinungen in der Wachphase wie z.B. Aufmerksamkeitsdefizite, Konzentrationsschwäche, verminderte Gedächtnisleistung und aber auch schnelle Überreizung, Kopfschmerzen und Probleme beim Verdauungstrakt auftreten. Von solchen Themen sind knapp 5 Millionen Menschen in Deutschland, mithin 6 % betroffen.

Interessant ist die relativ neue Erkenntnis, dass unter anderem die Gene dafür verantwortlich sind, wie viel Zeit ein Mensch schlafend verbringt. Die Mehrheit benötigt für eine vollständige Erholungsphase zwischen 6 und 8 Stunden, manche aber mehr Schlaf. Nur eine Minderheit kommt dauerhaft mit weniger Schlaf aus. Ähnlich sieht es mit der natürlichen Aktivphase aus. Wer von Haus aus in der Frühe fit ist und gerne mit Sonnenaufgang den Tag beginnt, dafür aber Abend rasch müde wird, ist in unserer genormten Gesellschaft gewissermaßen privilegiert. Das kann man sich aber leider nicht antrainieren, ebenso wie man Schlaf nicht gewissermaßen auf Vorrat vorziehen oder später nachholen kann. Der individuelle Biorhythmus lässt sich nicht austricksen. Auch wird der Mittagsschlaf, neudeutsch Powernapping überschätzt. Dieser sollte kurz sein, nicht länger als eine halbe Stunde dauern. In Ländern mit heißem Klima, so etwa in Spanien hat sich die Siesta zur Mittagszeit durchgesetzt, weil Arbeiten in der Mittagssonne kaum möglich ist. Auch Fernfahrer nutzen einen Trick, indem sie eine Tasse Kaffee trinken und dann ein kurzes Nickerchen machen. Das Koffein wirkt nämlich zeitverzögert etwa eine halbe Stunde nach Genuss. Wer dazwischen schläft, hat wieder viel Konzentrationsfähigkeit gewonnen. Dies ist aber nur ein Behelf und kann in Büro- oder Fabrikberufen ohnehin nicht sinnvoll angewandt. Werden. Jedenfalls hat sich die japanische Art, dass Mitarbeiter Mittags in Zelten unter ihren Schreibtischen Erholung finden, hierzulande nicht durchgesetzt.

Ein erzwungenes Leben gegen die innere Uhr führt in der Regel meist zu dauerhafter Erschöpfung.

Es gibt […]

Mehrfache Befristung ohne Grund weiterhin nur für bis zu zwei Jahre möglich

Zeitlich befristete Anstellungsverträge stellen nach wie vor einen Zankapfel bis in höchstrichterliche Kreise dar. Vor etlichen Jahren wurde im Zuge der sogenannten Agendareformen die Möglichkeit zur sachgrundlosen Befristung ausgeweitet. Seither gilt die Regel, dass der Arbeitgeber mit einem Arbeitnehmer ein automatisches Ende der Zusammenarbeit mit einer Länge von bis 24 Monaten vereinbaren kann. Ist die Vertragslaufzeit kürzer, kann die Befristung bis zu zweimal verlängert werden, bis schlussendlich die 24 Monate ab Arbeitsaufnahme erreicht sind. Dann muss sich vor allem der Arbeitgeber entscheiden, ob er den Mitarbeiter behalten will und damit der Vertrag entfristet wird, oder ob sich die Wege dauerhaft trennen. Es handelt sich übrigens um ein Instrument, das überproportional im öffentlichen Dienst Anwendung findet. Erst vor kurzem kam das Thema im Zuge der sogenannten BAMF-Affäre (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) wieder an die breite Öffentlichkeit. Aber auch Universitäten, Rathäuser und andere Behörden befristen oftmals die Verträge mit Angestellten.

Grundsätzlich ist das Ziel der befristeten Beschäftigung, dass Arbeitnehmer, die nicht so leicht zu vermitteln sind, eher wieder eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt erhalten und sich dementsprechend beweisen können. Sollte sich die Zusammenarbeit mit dem so eingestellten Kandidaten auf Sicht nicht sinnvoll gestalten lassen, drohen dem Arbeitgeber keine Kündigungsschutzklage nebst Abfindung und anderem mehr. Der Vertrag endet zeitnah, ohne dass es einer Kündigung bedarf. Versuchen seitens der Arbeitgeber, diese Erleichterungen über das hier geschildete Vorgehen hinaus großzügiger auszulegen, hat nun das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe einen Riegel vorgeschoben. Dabei wurde explizit in der Begründung festgehalten, dass die unbefristete Beschäftigung weiterhin der Normalzustand sein muss und sogenannte Kettenverträge über die zwei Jahre hinaus unzulässig sind. Der Arbeitnehmer als der schwächere Vertragspartner erhält hier also von der Justiz prominente Schützenhilfe. Schließlich ist es vor allem für jüngere Arbeitnehmer kaum machbar, die eigene Zukunft z.B. im Hinblick auf die Familienplanung, Immobilienerwerb und andere Themen langfristig zu planen, wenn das Damoklesschwert der Arbeitslosigkeit latent über einem schwebt.

Besonderes Augenmerk wurde beim konkret zu behandelnden Fall auf eine erneute Befristung nach einer Beschäftigungspause beim selben Arbeitgeber gelegt. Das Bundesarbeitsgericht war der Ansicht, dass nach einer Lücke von drei Jahren seit Auslaufen des letzten Beschäftigungsverhältnisses bei diesem Arbeitgeber ein erneut befristeter Vertrag wieder möglich sei. In Karlsruhe sah man dies anders und schränkte eine solche Möglichkeit auf Sonderfälle wie vorherige Praktika, Werkstudentenverträge oder Aushilfstätigkeiten ein. Der Fall geht nun zum Landesarbeitsgericht in Nordbayern zurück. Dieses Urteil des BVerfG hat auch Signalwirkung auf zahlreiche andere anhängende Fälle bei Arbeitsgerichten. Nun ist klar, dass Arbeitgeber bei Anwendung des Gesetzes nicht dem Willen des Gesetzgebers, wie oben geschildert, zuwiderhandeln dürfen. Andererseits wurden nun aber auch Ausnahmetatbestände genannt, die auf eine Art neue Unsicherheit geschaffen haben. Inwiefern das wirklich praxistauglich ist, wird man sehen. Mit Sicherheit werden aber findige Arbeitsrechtler vor allem auf der Arbeitgeberseite Schlupflöcher finden, die dann separat behandelt werden müssen.

Flugreisen im Schengenraum ohne Ausweis? Keine gute Idee!

Seit einer gefühlten Ewigkeit sind wir es im europäischen Schengen-Raum gewohnt, vor Betreten eines Flugzeugs nicht mehr auf unsere Identität kontrolliert zu werden. Daran hat auch der vor knapp 12 Jahren eingeführte strenge Sicherheitscheck vor dem Boarding nichts geändert. Dort interessiert man sich für Nagelscheren und Flüssigkeiten im Handgepäck, interessanterweise aber nicht für die Identität der Reisenden.

Daher wurde schon so Mancher auf Geschäfts- oder Urlaubsreisen in die Nachbarländer leichtsinnig und reiste ohne entsprechende Ausweisdokumente. Meistens geht das gut, aber man sollte es nicht riskieren.

Die Versuchung ist groß, zumal Flugreisende, vor allem mit den bekannten Low-Budget-Anbietern, ohnehin oftmals nur mit dem noch kostenlos beförderten Handgepäck reisen. Für die Teilnahme an einer Messe oder auch privat für einen Städtetrip an einem verlängerten Wochenende reicht der Trolley. Die Regelungen aus Brüssel sind in diesen Fällen sehr einfach: man lässt die Fluggesellschaften darüber entscheiden, ob sie eine Kontrolle am Gate durchführen oder nicht. Zur Vereinfachung der Fluggastabfertigung und auch aus Kostengründen verzichten die meisten Carrier auf diese Zusatzmaßnahme.

Dennoch kann man sich als Fluggast nicht sicher sein, dass man ohne Ausweisdokument durchkommt. Zum Beispiel mussten während des G20 Gipfels vor einem Jahr mehrere Passagiere am Boden bleiben, weil der Hamburger Flughafen zeitweilig verschärfte Kontrollen durchführte. Kein Wunder, nachdem nicht nur die 20 wichtigsten Staats- und Regierungschefs mit ihren Beratern, sondern leider neben friedlichen Gegendemonstranten auch zahlreiche Krawall-Chaoten in der Stadt waren. Auch kann eine sogenannte akute Terrorlage dazu führen, dass Vorschriften ad hoc verschärft werden. So geschehen in Paris 2015 und Barcelona 2017 nach schweren Anschlägen.

Grundsätzlich ist die Rechtslage in den meisten Staaten der EU so, dass man jederzeit seine Identität nachweisen muss. Dabei reichen Krankenversicherungskarten, Führerscheine oder Steuerkarten nicht aus. Der hier so genannte Personalausweis, oftmals auch Identitätskarte (Identity Card) genannt, ist als Minimum immer mitzuführen. In vielen südlichen Regionen empfiehlt es sich zwar, diese Dokumente im Hotelsafe zu lassen, dazu muss man sie aber zunächst überhaupt mitführen. Der Reisepass kann übrigens immer als Ersatz für einen Personalausweis mitgeführt werden, dieses Dokument ist „stärker“.

Ein Blick auf das Ablaufdatum des heutzutage nicht mehr oft benötigten Reisepasses empfiehlt sich dennoch deutlich vor einer Reise, denn oftmals müssen diese Dokumente eine Mindestgültigkeit von sechs Monaten ab geplantem Ausreisetermin im Zielland aufweisen. Dies gilt analog dazu auch für den Personalausweis. Falls man auch die beschleunigte Bestellung über die Bundesdruckerei nicht mehr vor Abreise durchführen kann, so stellen einem die Bundespolizisten vor Abflug einen Ersatzausweis für derzeit 8 Euro aus. Bedingung ist, dass man den abgelaufenen bzw. demnächst ablaufenden Ausweis oder Pass vorlegen kann. Allerdings ist dies je nach Zielland keine Garantie, dass man damit ein- bzw. wieder ausreisen kann. Dies gilt weniger für den europäischen Schengenraum, aber z.B. für die beliebten Reiseziele Türkei und Ägypten. Dann hilft – erfolgreiche Einreise vorausgesetzt – nur noch, sich in der eigenen Botschaft oder einem Konsulat ein Ersatzdokument zu beschaffen. Dies ist aber umständlich und vergleichsweise sehr teuer. Auf Geschäftsreisen hat man dazu ohnehin keine Zeit und während eines Urlaubs […]

Wenn der Chef die private Mobilnummer verlangt. Eingriff in das Persönlichkeitsrecht?

Nicht seit Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) Ende Mai dieses Jahres sind private Daten besonders geschützt und jeder Bürger darf weitgehend darüber entscheiden, wer diese Daten überhaupt erhält. Dies gilt auch für eine Mobilfunknummer. Was aber, wenn der Arbeitgeber diese Nummer aus beruflichen Gründen abfragt? Diese Frage hatte jüngst das Thüringer Landesarbeitsgericht zu entscheiden. Wie so oft in rechtlichen Fragen gilt auch hier die Regel: es kommt darauf an, aber es gibt Gründe, die Herausgabenummer verweigern zu können.

Sofern der Arbeitgeber die Möglichkeit hat, seine Arbeitnehmer im Notfall auch anderweitig kontaktieren zu können, haben Arbeitnehmer grundsätzlich das Recht auf Verweigerung der Herausgabe ihrer privaten Mobilfunknummer. Dabei setzt das Gericht überraschend enge Grenzen zur Frage, wann eine Herausgabe notwendig sein könnte. Für das Gericht überwiegt nämlich der mit der Kundgabe der privaten Handynummer verbundene Umstand, dass dadurch der Arbeitnehmer theoretisch rund um die Uhr erreichbar wäre und somit ggf. gar nicht mehr zur Ruhe käme. Im konkreten Fall nannte eine Arbeitnehmerin im öffentlichen Dienst zwar ihre private Festnetz-, nicht aber ihre private Handynummer und erhielt wegen dieser Verweigerung eine Abmahnung. Bereits erstinstanzlich konnte die Arbeitnehmerin einen Sieg davontragen, der nun bestätigt wurde. Die Abmahnung muss nun zurückgenommen und aus ihrer Personalakte entfernt werden.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die Arbeitnehmerin im Rahmen ihrer Tätigkeiten auch Bereitschaftsdienste leistet. Das Gericht vertrat aber die Auffassung, dass zur Kommunikation außerhalb der Arbeitszeiten auch das Festnetztelefon ausreichend sei. Dabei wurde das Gewicht des Datenschutzes vor allem auch im Berufsleben durch Richter Michael Holthaus unterstrichen. Wenn der Arbeitnehmer grundsätzlich nicht mehr zur Ruhe kommen könne, wäre dies ein erheblicher Eingriff in dessen Persönlichkeitsrechte, so die Urteilsbegründung. Das Urteil ist rechtskräftig, da keine Revision zugelassen wurde.

Vor allem jüngere Arbeitnehmer, die keinen Festnetzanschluss haben, weil sie ausschließlich mit dem Mobilgerät kommunizieren, können sich freilich auf dieses Urteil nicht berufen, denn es wurde zudem festgestellt, dass der Arbeitgeber wenigstens eine Möglichkeit zur kurzfristigen Kontaktaufnahme mit seinen Arbeitnehmern haben müsse.

Reverse Mentoring: wenn der Chef von einem Lehrling gecoacht wird

Mit Reverse Mentoring werden die klassischen Rollenmuster umgekehrt. Erfahrene Manager werden hier von vermeintlichen Greenhorns beraten. Aber der Schein trügt oft, was die Fähigkeiten der jungen Mitarbeiter anbelangt, sodass große Konzerne wie die amerikanische IBM, aber auch die Lufthansa dieses Prinzip bereit erfolgreich anwenden. Entfalten können sich die Vorteile aber nur, wenn ein Unternehmen dies nicht als ein isoliertes Projekt betrachtet, sondern in den normalen Workflow einbettet.

Konkreter Ansatz war eine Untersuchung der Personalberatung Rochus Mummert, welche sich mit der Frage, wie fit Führungskräfte im Umgang mit digitaler Technik sind. Hier ist es sehr oft um die notwendige Kompetenz im postindustriellen Zeitalter noch nicht gut bestellt. Einer der wesentlichen Gründe für den daraus resultierenden Nachholbedarf ist der Umstand, als dass sich Führungskräfte in der Regel nur mit Kollegen auf derselben Ebene austauschen. Potential, vor allem von jungen Mitarbeitern, wird meist nicht angezapft. Dies ist einerseits besorgniserregend, eröffnet aber im Hinblick auf das Reverse Monitoring nützliche Aspekte. Hierbei geht es also nicht um eine Spielerei, sondern es bieten sich für beide Seiten interessante neue Eindrücke, einhergehend mit einer Wissensvermittlung, die keine Einbahnstraße ist. Coaching im weitesten Sinne meint meist, dass erfahrende Kollegen an die Jungen ihr Wissen weitergeben. Das steckt auch landläufig in den Köpfen der Entscheider. Sicherlich hat die zunehmend rasant werdende Digitalisierung der Arbeitswelten zu einem Umdenken beigetragen. So wird der Tabubruch zu einer Win-Win in den Unternehmen.

Zu Nutzen machen können sich altgediente Führungskräfte den Umstand, als dass nun sukzessive die ersten „Digital Natives“ in die Unternehmen als Auszubildende oder akademische Trainees vorstoßen. Junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren, die mit dem Internet und seinen stetig wachsenden Möglichkeiten von Kindesbeinen an groß geworden sind und der Umgang damit eine weitgehende Selbstverständlichkeit ist. Diese junge Generation interagiert im sozialen Umfeld daher ganz anders, als die „analogen“ Generationen vor ihnen. Dies macht sich auch innerhalb der Unternehmen bemerkbar. Bei allen vieldiskutierten Risiken überwiegt letztlich die Notwendigkeit einer Anpassung aller Alters- und Hierarchieebenen in den Unternehmen, unabhängig von der Branche und Größe. Hier können schon junge Kollegen mit wenig Berufserfahrung insgesamt einen großen Mehrwert generieren. Entscheidend ist letztlich, dass zum einen sich die Älteren auch wirklich mit der notwendigen Offenheit coachen lassen und zum anderen, dass der Junior-Coach Sensibilität dahingehend entwickelt, als dass Menschen mit wenig Erfahrung im WWW gewisse Hemmschwellen haben und auch die Fachsprache nicht beherrschen. Wenn diese Grundregeln eingehalten werden, kann im Sinne eines Wissensmanagements ein großer Mehrwert für alle Seiten entstehen.

Volksleiden Rückenschmerzen verantwortlich für zig Millionen Ausfalltage

[:de]Sicherlich kennen Sie den Spruch des Horst Schlemmer, alter Ego des Kabarettisten Hans-Peter Kerkeling: „Isch hab‘ Rücken!“ im besten Ruhrpostslang. In der Realität ist das nicht ganz so lustig. Bei den orthopädischen Ärzten sowie den Medizinischen Diensten der Krankenversicherung wird kolportiert, dass Sitzen das neue Rauchen sei.[:]

Work-Life-Balance versus Wochenendarbeit

[:de]Jeder kennt das, meist Freitagnachmittags oder spätestens am frühen Abend. Raus aus der Businesskleidung, rein ins Wochenende. Umfragen haben ergeben, dass auch Arbeitnehmer, die sich voll mit ihrer Tätigkeit identifizieren, nach beendeter Arbeitswoche ein befreiendes Gefühl empfinden und sich auf die beiden freien Tage am Ende der Woche freuen. Nur was ist, wenn einen diverse unerledigte Arbeiten gedanklich quälen und sich deshalb dieses typische Wochenendgefühl nicht einstellen mag?[:]

Die neue EU-Datenschutzgrundverordnung EU-DSGVO ist eine große Herausforderung für alle Unternehmer und Webseitenbetreiber

Heimlich, still und leise trat bereits vor knapp zwei Jahren, am 25. Mai 2016 die neue EU-einheitliche in Kraft. Darin festgehalten wurde eine zweijährige Übergangsfrist, damit die Betroffenen ausreichend Zeit für die vollumfängliche Umsetzung haben. Betroffen ist u.a. jedes Unternehmen, jeder Selbstständige, jeder, der eine Webseite zu gewerblichen Zwecken betreibt. Auf diese Gruppen wollen wir in diesem Beitrag eingehen.

 

Zunächst ist es erstaunlich, dass vor allem der Mittelstand und Freelancer erst wenige Monate vor der „Scharfstellung“ begonnen haben, sich mit dieser spezifischen Materie zu befassen. Dies kann auch damit zusammenhängen, dass derartige Themen nicht im Fokus der Medienöffentlichkeit stehen. Zudem benötigten die einschlägigen IT-Unternehmen mit der notwendigen Weiterentwicklung bzw. Ergänzung der Softwarelösungen für ihre Kunden einige Zeit. Nun drängt die Zeit, es ist gewissermaßen 5 vor 12!

Grundsätzlich verfolgt die Europäische Union mit dieser Novelle das Ziel, den Datenschutz innerhalb der Staatengemeinschaft zu vereinheitlichen und dadurch ein gleich hohes Niveau zu etablieren. Bislang hat jeder Mitgliedsstaat seine eigene Datenschutzrichtlinie. Einige Länder handhaben den Datenschutz bislang sehr lax. Man kann generell festhalten, dass sich diese Verordnung am oberen Ende der Skala befindet, was den Schutz der personenbezogenen Daten sowie der Grundrechte und -freiheiten natürlicher Personen in der EU betrifft. Der Einzelne soll dadurch mehr Kontrolle über seine Daten erhalten, für Wirtschaftstreibende gelten zudem stärkere Transparenz- und Informationspflichten zum Schutz der Betroffenen. Beim letzten Punkt ist Compliance ein wichtiger Punkt.

 

Da wir in Deutschland bereits einen sehr streng ausgelegten Datenschutz leben, ändert sich für uns im Vergleich z. B. zu südosteuropäischen Mitgliedsländern relativ wenig, aber der Teufel steckt im Detail!

 

Zunächst müssen wir uns die Grundsätze beim Datenschutz vergegenwärtigen:

 

Datenvermeidung und Datensparsamkeit
Man darf nur so viele Daten verarbeiten und speichern, wie für den Zweck notwendig sind. Wenn Sie als Reifenhändler einem Kunden halbjährlich die Pneus wechseln und seine Reifen einlagern, ist es nicht erforderlich, dass Sie seinen Familienstand oder gar das Hochzeitsdatum wissen und speichern. Für einen Juwelier, der sich auf Hochzeitsringe spezialisiert hat, kann dies aus Marketinggründen (Gratulation zum Hochzeitstag etc.) von Bedeutung sein.

 

Zweckbindung
Unser Reifenhändler aus dem vorherigen Beispiel darf die Daten seines Kunden nur für die Geschäftsbeziehung im Hinblick auf das spezifische Autozubehör verwenden.

 

Verbot des Erlaubnisvorbehalts
Normalerweise ist unsere Rechtsordnung darauf ausgelegt, dass jeder Bürger tun darf, was nicht verboten ist. Beim Datenschutz wird dies umgekehrt: man darf nur tun, was explizit rechtlich erlaubt ist.

 

Transparenz
Betroffene, deren Daten ausgelesen und gespeichert werden, müssen zwingend darüber informiert werden, warum, wo und wann dies passiert, wer speichert und wie lange.

In Zeiten elektronischer Datenbanken, sogenannte ERP-Lösungen arbeiten die meisten Unternehmen, zunehmend aber auch Selbstständige vor allem im Bereich Werbung, Akquisition und Marketing mit hochsensiblen persönlichen Daten von Einzelpersonen. Die technischen Möglichkeiten, welche sich vor allem in den vergangenen beiden Jahrzehnten im Schatten des Siegeszugs der vernetzten Büro-EDV sowie dies Internets sukzessive ergeben haben, rissen anfangs riesige schwarze Löcher in das Netz des Datenschutzes. Kontinuierlich wurden die Lücken auf nationaler Ebene geschlossen. Mal mehr, mal weniger. Die EU hat nun für […]

Facebook steigt nun auch in die professionelle Jobvermittlung ein

[:de]Bislang verlief im Bereich der sozialen Medien eine unsichtbare Trennmauer zwischen den beruflichen Netzwerken wie XING, LinkedIn oder Experteer auf der einen, sowie Facebook auf der anderen Seite. Nun möchte das weltweit größte Onlinenetzwerk des Entrepreneurs Mark Zuckerberg auch in die professionellen Sphären einsteigen.[:]

Ausblick auf die konjunkturelle Entwicklung – wie nachhaltig ist der Aufschwung?

Herzlich willkommen im neuen Jahr und zurück auf unserem Blog. Schön, dass Sie uns treu bleiben. In unserem ersten Beitrag des neuen Jahres 2018 richtet sich unser Augenmerk auf die Chancen und Risiken des aktuellen Konjunkturzyklus. Die deutsche Wirtschaft befindet sich seit geraumer Zeit in einer ungewöhnlich langen Erfolgsspur. Gegen Jahresende überschlugen sich zahlreiche Wirtschaftsforschungsinstitute und auch die bisherige Bundesregierung mit Erfolgsmeldungen und äußerst rosigen Ausblicken auf die weitere Entwicklung. Dabei sollte man die Risiken nicht aus dem Blick verlieren.

Von |2018-01-09T09:00:22+00:00Januar 9th, 2018|All Entries, Deutsch, News, Unternehmenserfolg, Wissen|0 Kommentare

Lohngefälle zwischen den deutschen Regionen und Bundesländern

In unserem Beitrag der vergangenen Woche gingen wir auf das Gehaltsgefüge verschiedener Branchen und Qualifikationsebenen ein. Es lohnt sich aber auch ein Blick auf die verschiedenen Regionen in Deutschland. Generell ist es Allgemeinwissen, dass im Schnitt im Süden und Westen Deutschlands besser bezahlt wird, als im Osten und Norden. Dennoch überraschen die Abweichungen im Detail. Die Differenz für dasselbe Jobprofil beträgt mitunter mehr als 15.000 Euro!

Von |2017-12-05T09:00:23+00:00Dezember 5th, 2017|All Entries, Deutsch, News, Wissen|0 Kommentare

Fachkräftemangel, unbesetzte Lehrstellen und Arbeitsmigration: wie passt das zusammen?

Der Beginn der sogenannten Flüchtlings- oder Migrationskrise jährte sich gerade zum zweiten Mal, Fachkräftemangel und unbesetzte Lehrstellen beschäftigen die deutsche Gesellschaft schon seit vielen Jahren. Gerne hörte man von der Politik, aber auch den einflussreichen Lobbyverbänden der Arbeitgeber, dass die gewaltige Migration von Nahost und Afrika nach Europa viele Chancen zur Abfederung der Nachwuchsprobleme bei Ausbildungen und Young Professionals im akademischen Bereich zur Sicherung des erreichten Wohlstands in Mittel- und Nordeuropa dienen kann. Sicherlich ist eine differenzierte Sicht auf die Ereignisse, welche die europäischen Gesellschaften auf jeden Fall nachhaltig verändern werden, richtig und notwendig.

Von |2017-09-19T09:00:18+00:00September 19th, 2017|All Entries, Deutsch, News, Wissen|0 Kommentare

Befristung bei Arbeitsverträgen auch bei Verlängerung nur schriftlich und vor Fristablauf gültig

Auch heutzutage gibt es noch die sprichwörtliche Handschlagsqualität: zahlreiche Verträge werden trotz immer komplizierter werdender Rechtsrahmen noch mündlich geschlossen. Vor allem bei Arbeitsverhältnissen jeder Art endet dies bei einer nicht einvernehmlichen Auseinandersetzung immer für den Arbeitgeber teuer. Insbesondere dann, wenn der Vertrag befristet gelten soll, ist die schriftliche Form Pflicht.

Von |2017-06-27T09:00:43+00:00Juni 27th, 2017|All Entries, Deutsch, News, Wissen|0 Kommentare

Burn-Out, weil man ein freundlicher Kollege ist?

Ausgebrannt sein ist mittlerweile eine anerkannte Krankheit und nicht bloß ein Gefühl, das vermeintlich „Faule“ befällt. Insofern ist die Gesellschaft schon etwas weiter, als noch vor ein paar Jahren, als dies als Modeerscheinung abgetan wurde. Nur, wie gerät man in die Spirale ins emotional Bodenlose? Vielfach wird darauf hingewiesen, dass das umfassende digitale Angebot, die ständige Erreichbarkeit und alles, was damit zusammenhängt, Ursachen für einen Burn-Out sein können. Dies ist zwar noch nicht abschließend erforscht, aber sicherlich nicht falsch. Allein verstellt diese Teildebatte den Blick auf eine ganz wesentliche Ursache: dem kollegialen Mit- oder Gegeneinander.

Von |2017-05-30T09:00:46+00:00Mai 30th, 2017|All Entries, Deutsch, Karriere, Wissen|0 Kommentare