Wann man einen Zweitjob vom Hauptarbeitgeber genehmigen lassen muss

Jüngste Statistiken beleben, dass der Anteil der Arbeitnehmer, die sogenannten Nebenverdiensten nachgehen, laufend ansteigt. Meist handelt es sich um geringfügige Beschäftigungsverhältnisse auf der rechtlichen Basis der Minijobs. Aber unabhängig von der sozialversicherungsrechtlichen Regelung ist in der Regel eine vorherige Zustimmung des Arbeitgebers im Hauptberuf notwendig, Arbeitsverträge sehen diese Zustimmungsverpflichtung fast immer vor. Aber es gibt, wie so oft, Ausnahmen von der Regel.

Einfach ist es bei Beamten. Diese müssen auf jeden Fall eine vorherige Genehmigung ihres Dienstgebers einholen, es gibt keine Ausnahmen. Dies hat mit dem speziellen Treueverhältnis zwischen Staat und Staatsdiener zu tun. Für die Angestellten und Arbeiter im öffentlichen Dienst existiert dagegen nur eine reine Meldepflicht.

Privatwirtschaftlich ist, wie schon erwähnt, vor allem der Arbeitsvertrag maßgeblich. Allerdings kann der Arbeitgeber Nebenjobs seiner Beschäftigten nicht pauschal untersagen. Ein generelles Verbot ist in jedem Fall unwirksam. Ein Widerspruch muss durch den Arbeitgeber begründet werden. Hierfür sind normalerweise betriebliche Interessen oder die Gefahr der Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten anzuführen. So ist die Mitarbeit bei einem Wettbewerber des Arbeitgebers eigentlich immer tabu. Bei Vollzeitbeschäftigten kann ein Nebenjob in Nachtschicht problematisch sein, weil dann die Erholungsphasen deutlich kürzer ausfallen. Unproblematisch ist es aber in der Regel, wenn Frühaufsteher gerne die morgendliche Joggingrunde mit Zeitungsaustragen verbinden möchten.

Wer bereits einen Minijob ausübt und die derzeit EUR 450,00 pro Monat schon voll ausreizt, fällt sozialversicherungsrechtlich und auch steuerlich mindestens in die Spanne der Midijobs, ggf. ganz in die reguläre Lohnverrechnung mitsamt der Steuerklasse VI und weiteren Nachteilen, die den Nettoanteil deutlich reduzieren. Auch hier hat der Arbeitgeber ein Vetorecht, weil die Geringfügigkeitsgrenze des Nebenjobs überschritten wird. Wenn also beispielsweise Haupt- und Nebenjob zusammen mehr Stunden ergeben, als nach dem Arbeitszeitgesetz erlaubt ist. Dies sind täglich (vertraglich) acht Stunden, in begründeten Ausnahmefällen 10 Stunden.

Wer gegen den rechtlich bindenden Willen des Arbeitgebers handelt, riskiert Abmahnung und sogar Kündigung.

Wo es mit Doktortitel mehr Geld gibt

Wer sein Studium mit dem Master oder noch mit dem Diplom abgeschlossen hat und dabei gute Noten vorweisen kann, der steht vor der Frage, ob er gleich in seinem Beruf durchstarten sollte oder aber nochmal ein paar Jahre für eine Promotion dranhängt. Ein Doktortitel kann sich nämlich in einigen Branchen bzw. Berufsbildern buchstäblich auszahlen.

Unabhängig davon, dass man den Dr. ein Leben lang vor seinen Namen stellen darf und damit die Zugehörigkeit zur akademischen Elite offen zeigt, geht es doch in der Regel um mehr als um Prestige. Neben dem Arztberuf, wo man den Mediziner ohnehin traditionell mit „Herr bzw. Frau Doktor“ anspricht, weil fast jeder Arzt auch promoviert, gibt es zahlreiche Gründe für eine Promotion. Zahlenmäßig sicherlich eine Nische, so ist der Doktortitel im naturwissenschaftlichen Bereich ein absolutes Muss. Wer in der Forschung arbeitet, kommt nicht umhin. Auch in vielen Geisteswissenschaften kommt man ohne „Doktor“ nicht weit.

Aber wie sieht es bei Massenstudiengängen in Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften aus? Lohnt es sich, durchschnittlich 4 bis 5 Jahre an einem Thema auf höchstem Niveau zu arbeiten, dabei mehrere hundert Seiten Dissertation zu erstellen und diese dann zu verteidigen? Zumal in einigen Berufen ein solcher Grad sogar hinderlich sein kann, vermuten doch viele Arbeitgeber, dass promovierte Mitarbeiter zu verkopft und theoretisch an ihre Aufgaben herangehen. Wie immer kommt es auf Beruf und Branche an. Ein Vergleich von nahezu 6.000  Gehaltsdaten der jüngsten Zeit gibt etwas Aufschluss.

Bei dieser Vergleichsstudie schneiden akademische Berufsbilder in der Pharmabranche am besten ab. Auf das Jahr gerechnet, verdient der promovierte Pharmareferent schon am Anfang seiner Laufbahn bis zu EUR 12.000,00 mehr als der Kollege ohne Doktortitel. Das ist ein Unterschied von 26 %. Dies gilt vor allem dann, wenn man etwas Spezifisches im naturwissenschaftlichen Bereich studiert und darin auch promoviert hat. Konkret im weiten Feld der Arzneimittel- oder Wirkstoffforschung.

Überraschend geht auch im klassischen Controlling die Kurve für die „Doktoren“ weit nach oben, genauer gesagt um 24 % gegenüber den Masterabsolventen. Gefolgt wird das Ranking von Berufen im Produktdesign und der IT-Beratung. Dies ist äußerst bemerkenswert, denn gerade in diesen Bereichen jenseits der Medizin und Naturwissenschaft war das in dieser Größenordnung nicht zu vermuten. Sicherlich flachen die Unterschiede im Laufe des Berufslebens ab. Entscheidend ist nach einigen Jahren Berufserfahrung letztlich die weitere Spezialisierung und die Geschwindigkeit, mit der die Karriereleiter erklommen wird. Unterschiede verschwimmen, weshalb der Fokus auf akademische Berufsanfänger gelegt wurde, wenn die formalen Kriterien noch für eine gute Vergleichbarkeit taugen.

Am Ende der Skala, wo die Unterschiede nur mehr marginal sind, liegen die Berufsbilder im Risikomanagement (Versicherungen, Industrie) und allgemein im Marketing. Dies ist dann wieder weniger überraschend, sondern war so im Vorfeld von vielen erwartet worden.

Die Arbeitszeit muss neu verteilt werden

Im Zuge der vielfach diskutierten und auch an dieser Stelle bereits öfter skizzierten Thematik der Automatisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt kommt eine Idee auf, die eigentlich schon ad acta gelegt schien: die Neudefinition der Vollzeitarbeitsstelle mittels genereller Verkürzung.

In Deutschland gilt seit fast 100 Jahren die 40-Stunden-Woche und ist gesetzlich geregelt. Überstunden jenseits dessen sind entweder zu vergüten oder können als Freizeitausgleich genommen werden. Zudem ist seit der Frühzeit der Bundesrepublik die 5-Tage-Woche etabliert. Kurz gesagt ist dadurch garantiert, dass Arbeitnehmer bezogen auf eine Woche (sieben Tage) zwei Tage zur Erholung frei bekommen. Regelmäßig soll dies an zwei zusammenhängenden Tagen möglich sein. Soweit der Status quo per Gesetz.

Manche Branchen haben bereits vor Jahrzehnten eine kürzere Vollzeit definiert. So konnte die IG Metall in den 1980er Jahren für das damalige Westdeutschland die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich aushandeln. Ein Versuch dieser Gewerkschaft, die Regelung auch für die neuen Bundesländer auszuhandeln, scheitere 2003, also mitten im Umbau durch die sogenannte Agendapolitik des Bundeskanzlers Schröder.

Danach wurde es still um Arbeitszeitverkürzungen. Während die Arbeitnehmervertreter in den schwierigen 2000er-Jahren zumindest in Deutschland Zurückhaltung übten, fokussierten sie sich mit Beginn des gegenwärtig anhaltenden Aufschwungs seit dem Jahr 2010 meist auf deutliche Lohnerhöhungen und konnten diese in der Regel weitgehend durchsetzen. Zugleich stiegen aber auch die Arbeitszeitkonten rapide an. Kumuliert waren es 2016 mehr als 1,7 Milliarden Mehrstunden, davon vielfach nicht bezahlt. Studien zeigen zudem, dass mehr Arbeit auch die Krankheitskurven ansteigen lassen. So stiegen im ersten Halbjahr 2018 erstmals seit längerem die Ausfalltage durch Krankmeldungen der Arbeitnehmer wieder deutlich an. Immer mehr Befunde zeigen auf psychische Belastungssyndrome, welche oftmals zu längeren Arbeitsausfällen führen.

Ungeachtet dessen möchte fast die Hälfte aller in Deutschland Beschäftigten gerne Arbeitsstunden abgeben. Die meisten sind bereit, dafür auch Gehaltseinbußen hinzunehmen. Betriebsräte und Gewerkschaften haben vor Kurzem darauf reagiert und in den jüngsten Tarifverhandlungen Arbeitszeitmodelle durchgesetzt, die den bisherigen Tunnelblick auf stets nur mehr Lohn aufgehoben haben. Natürlich können Arbeitnehmer nach Abschluss dieser neuen tariflichen Vereinbarungen weiterhin die Gehaltserhöhung wählen. Andererseits besteht aber sowohl in der Metall- und Elektroindustrie, als auch bei den Eisenbahnern die Möglichkeit, sich für eine Reduzierung der Arbeitszeit bei Verzicht auf die Lohnerhöhung zu entscheiden, ohne formal in einen Teilzeitjob zu wechseln.

Angesichts der hervorragenden Auftragslage in unserem Land klingen solche Überlegungen zunächst paradox. Zur Steigerung des Bruttosozialprodukts hat man schließlich ordentlich in die Hände zu spucken, wie es in einem bekannten Schlager aus den 1980er Jahren heißt. Diese analoge Herangehensweise an die Herausforderung der Arbeitswelt scheint aber vielfach überholt zu sein und dies hat einen handfesten Grund.

Nicht allgemeine „Faulheit“ der modernen Gesellschaft ist Ursache für ein um sich greifendes neues Bewusstsein für die Einteilung der Woche in Beruf und Freizeit/Familie, sondern die oftmals persönlich erlebten Erfahrungen mit einer mehr anwachsenden Erreichbarkeit auf Grund der mittels technischen Fortschritts immer mehr verschwimmenden Grenzen zwischen Arbeits- und Freizeit. Mobiltelefon, E-Mail, Skype und Home-Office verleiten nicht nur die Arbeitgeber, sondern vor allem die Arbeitnehmer selbst dazu, am Abend und an den Wochenenden […]

Höheres Wirtschaftswachstum dank künstlicher Intelligenz prognostiziert

Die Künstliche Intelligenz (KI) wird in naher Zukunft das deutsche Wachstum um bis zu 1,3 % erhöhen, so die international renommierte Unternehmensberatung McKinsey. Eine aktuelle Studie dieses Unternehmens zeigt eine interessante Entwicklung auf.

Die deutsche Wirtschaft wird überdurchschnittlich von der KI profitieren. Vor unserem Land liegen nur Schweden mit 1,7 % und die USA mit 1,5 %, China liegt gleichauf mit 1,3 %. Der Vergleich mit China hinkt aber in gewisser Weise, denn bekanntermaßen ist es für die etablierten Industrienationen generell schwieriger, neues Wachstum zu generieren als für Schwellenländer, zu denen China immer noch gehört.

Für die westliche Welt ist es daher unabdingbar, mögliche Wertschöpfungspotentiale zu haben, da andere Faktoren wie günstige Arbeitskraft nicht vorhanden sind. Innovation ist daher das Zauberwort, vor allem vor dem Hintergrund des demographischen Wandels. Es wird unabhängig von Einwanderungsdebatten und Migrationsbewegungen auf jeden Fall einen Knick hinsichtlich des Arbeitskräftepotentials in Europa und Nordamerika geben. Dies bereits im kommenden Jahrzehnt. Daher ist es sinnvoll, gewissermaßen aus der Not eine Tugend zu machen und im Zuge der Digitalisierung auch verstärkt auf die künstliche Intelligenz zu setzen.

Dieser Trend ist nicht nur in der klassischen Produktion, sondern längst auch in den Segmenten „Büro“ und Dienstleistungen zu beobachten. Selbstlernende, digitale Systeme können den Menschen nicht mehr nur einfache, wiederkehrende Tätigkeiten, sondern auch komplexere Aufgaben abnehmen, da die Systeme in der Lage sind, dazuzulernen. Eine Eigenschaft, die bisher nur hochentwickelten Lebewesen, vor allem den Menschen vorbehalten war. Vor dem bereits genannten Hintergrund der Demographie wird dies nicht, wie vielfach befürchtet, zu einem massiven Arbeitsplatzabbau führen, wohl aber zu Veränderungen bei zahlreichen Berufsbildern, bis hin zur Pflege und Kindererziehung.

Bis die KI tatsächlich gewinnbringend genutzt werden kann, ist aber noch einige Forschungsarbeit notwendig. Von alleine wird sich der tiefgreifende Wandel nicht einstellen.

Neue, spezifische Studiengänge für die digitalisierte Arbeitswelt

Kann man Digitalisierung studieren? Mittlerweile ja, denn zwischenzeitlich wurden mehrere Studiengänge etabliert bzw. bestehende, die sich um die Herausforderungen der nahen Zukunft drehen und den Absolventen glänzende Berufsaussichten nahezu garantieren dürfte. Wir stellen die wesentlichen akademischen Module kurz vor:

Betriebswirtschaftslehre – Digitale Wirtschaft (Bachelor of Science)

Als Klassiker kann das Studium der Betriebswirtschaftslehre gelten. In Berlin kann man seit drei Jahren diesen Studiengang mit dem Schwerpunkt Digitale Wirtschaft belegen. Die Beuth Hochschule für Technik bietet Wissensvermittlung über die normale BWL hinaus, indem Studenten lernen, wie z.B. Dienstleistungen über digitale Netze vertrieben werden können, oder auch wie die Lieferantenkette mittels digitaler Vernetzung optimiert werden kann. Hinzukommen Module wie die Grundlagen der digitalen Medien, Innovationsmanagement,  Projektmanagement, Produktentwicklung sowie Marketing mit Fokus auf Digitales.

Automation und Industrie 4.0 (Bachelor of Engineering)

Für angehende Ingenieure empfiehlt sich in diesem Kontext der Studiengang der Hochschule Mittweida, welcher seit zwei Jahren angeboten wird und ohne Zulassungsbeschränkungen angeboten wird. Im Rahmen der üblichen 6 Semester für einen Bachelorstudiengang lernen die Studenten umfangreiche Kenntnisse über Fertigungsabläufe, Robotik und digitale Vernetzung. Eingesetzt werden können die Kenntnisse schwerpunktmäßig überall dort, wo Produktionsstandorte vernetzt werden sollen, vornehmlich in der Automobil- und Maschinenbauindustrie.

Gründung, Innovation, Führung (Bachelor of Arts)

Die Hochschule in Bremerhaven setzt den Schwerpunkt auf junge Leute, die vorhaben, ein Start-Up zu gründen. Gibt es solche Möglichkeiten bisher nur als Weiterbildung oder Aufbaustudiengang, handelt es sich hier um einen vollwertigen Erstabschluss als Bachelor. Die Studenten sind dabei aufgefordert, mit der Gründung schon während des Studiums zu beginnen, es handelt sich dennoch nicht um einen klassischen dualen Studiengang, da es um Selbstständigkeit geht. Bevorzugt sollen Kommilitonen ein Gründungsteam bilden. Das Kapital dafür sollen sich die jungen Erwachsenen selbst organisieren. Der Studienplan weicht dabei deutlich von den üblichen Vorlesungs-, Seminar- und Klausurintervallen ab. Start ist zum Wintersemester 2018/19, als Alternative zu den Prüfungsnachweisen sollen sogenannte Reflexionspapiere gelten.

E-Commerce und Digital Retail Management (Bachelor of Arts)

Die schon erwähnte Hochschule im sächsischen Mittweida hat noch einen weiteren Studiengang parat. E-Commerce meint vor allem den Einzelhandel im Internet, welcher zunehmend mobil über Apps und Gadgets steuerbar ist. Trotz der Marktbeherrschung durch die Onlinegiganten Amazon oder Zalando bieten sich noch zahlreiche Nischen für Entrepreneure, aber auch für bisher „offline“ agierende Händler um ihre Produkte im Web abzusetzen. In diesem ebenfalls sechssemestrigen Studienangebot werden die Grundlagen für E-Commerce vermittelt, aber auch Strategien für eine sich rasch ändernde Marktumgebung nähergebracht. Wer sich danach kein Start-Up zutraut, kann sich mit einigen Erfolgsaussichten im weiten Feld des Einzelhandels und der artverwandten Logistikbranche eine berufliche Herausforderung suchen.

Digital Transformation Management (Master of Arts)

Dieser neue Studiengang wird ab dem Sommersemester 2019 von der Rheinischen Hochschule Köln angeboten und richtet sich vor allem an Bachelorabsolventen der Wirtschaftswissenschaften. Der betriebswirtschaftliche Studienplan wird hierbei zielführend um Module zu den Themen Transformationsprozesse durch Digitalisierung (Führungs- und auch Fachkräfte betreffend) sowie Umgestaltung des Unternehmens in diesem Zusammenhang erweitert. Ergänzt um die Bereiche der Sozialpsychologie und der Organisationssoziologie werden auch IT-Kurse angeboten, damit die […]

Freistellungsverpflichtung bei ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern? Nicht unbedingt!

Viele Arbeitnehmer engagieren sich neben dem Beruf und Familie im ehrenamtlichen Umfeld. Vielfältige Aufgaben in Staat und Gesellschaft lassen sich letztlich nur durch dieses bürgerschaftliche Engagement bewältigen. Manchmal lassen sich diese Aktivitäten nicht nach Feierabend oder am Wochenende in den Zeitplan einbauen. Sobald das Ehrenamt mit dem Job zeitlich kollidiert, muss man sich genau ansehen, um welche Tätigkeit es handelt.

Eine generelle Freistellung durch den Arbeitgeber gibt es nicht. Entscheidend ist in der Regel ein gesteigertes öffentliches Interesse an der Tätigkeit. Wer sich bei der Feuerwehr oder dem Technischen Hilfswerk, einer Rettungsorganisation wie dem Roten Kreuz, als Stadt- bzw. Gemeinderatsmitglied oder auch als Schöffe bei Gericht engagiert, kann auf staatlichen Schutz bauen. Beim Amt als Schöffe kann es sogar vorkommen, dass man behördlicherseits zur Ausübung innerhalb eines bestimmten Zeitraums dazu verdonnert wird, falls sich nicht genügend Freiwillige finden lassen. Dies kommt selten vor, aber es gibt grundsätzlich wenig Möglichkeiten, sich dieser Verpflichtung zu entziehen. Auf keinen Fall kann man seine Arbeitsstelle als Grund angeben. Der Chef ist zur Freistellung verpflichtet, damit der Angestellte Gerichtsverhandlungen wahrnehmen kann. Auch bei anderen Ehrenämtern, deren Ausübung dem Gemeinwohl verpflichtet ist, muss der Arbeitgeber deren Ausübung auch während der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit ermöglichen, beispielsweise wenn das Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Bereitschaft hat und ein Brand während der üblichen Bürozeiten bekämpft werden muss. Übrigens hat der Mitarbeiter in diesen Fällen auch Anspruch auf Lohnfortzahlung und Erholung, vor allem beim Thema Feuerwehr oder THW. In den jeweiligen Gesetzen der Bundesländer ist geregelt, welche finanziellen Kompensationen die Arbeitgeber vom Staat erhalten können, damit die Belastung nicht zu einseitig ist.

Natürlich ist es unabhängig von einer gesetzlichen Freistellungsverpflichtung immer empfehlenswert, mit dem Vorgesetzten vorher die eigenen Aktivitäten in Bezug auf ein Ehrenamt zu besprechen. Meist finden sich Lösungen, wie dass der Mitarbeiter flexibel nacharbeiten kann oder aber Überstunden dadurch abbummelt. In der Regel wird ehrenamtliches Engagement positiv gesehen.

Ganz selten ist es für den Arbeitgeber möglich, ein Veto einzulegen, auch wenn es sich um eine Tätigkeit im öffentlichen Interesse handelt. Zum Beispiel dann, wenn der Arbeitnehmer eine Schlüsselfunktion im Unternehmen ausübt, viel auf internationalen Geschäftsreisen ist oder anderweitig an verschiedenen, weit entfernten Standorten tätig ist. Hier wäre der Eingriff in die betrieblichen Abläufe zu groß und daher nicht zumutbar. Es handelt sich stets um eine Einzelfallentscheidung.

Eines muss aber klar sein: ehrenamtlich tätige Mitarbeiter dürfen für diese Themen keine betrieblichen Mittel nutzen. Hier muss eine deutliche Trennung gemacht werden. Drucken Sie also keine Flyer über den Drucker im Büro aus, nutzen Sie auch nicht das Bürotelefon für Ihr Ehrenamt, auch als Poststelle sollte der Arbeitgeber nicht fungieren.

Schichtarbeit nimmt immer mehr zu. Welche rechtlichen Regeln gelten?

In immer mehr Berufsfeldern ruht die Arbeit nie. Längt sind davon nicht nur Industriebetriebe oder Krankenhäuser betroffen – nicht zu vergessen Polizei und Feuerwehr – auch sind viele Callcenter und andere Services rund um die Uhr besetzt. Dies bedingt natürlich immer Schichtarbeit. Bei 24 Stunden pro Tag wird meist das Modell des Drei-Schicht-Betriebs angewandt. Dabei zeigen Tendenzen auch im Produktions- und Logistikgewerbe, dass mittlerweile kein Schwerpunkt auf der Tagschicht deutlich erkennbar ist. Termindruck im Hinblick auf immer kürzere Lieferzeiten auf Basis der Methoden just-in-time und just-in-sequence hat die Zahl der Beschäftigten in den Früh- und Spätschichten in letzter Zeit signifikant erhöht.

Welche Regeln gelten im deutschen Arbeitsrecht?

Grundsätzlich muss zwischen zwei Schichten eine Ruhezeit von 11 Stunden liegen und für Sonntage sind sogenannte Ersatzruhetage einzuräumen. Die Höchstarbeitszeit am Stück darf 10 Stunden laut Arbeitszeitgesetz nicht überschreiten, dabei sind diverse Pausen einzubauen. Dauerhaft ist dies nicht erlaubt, im Durchschnitt sind 8 Stunden am Stück zuzüglich Pausen einzuhalten. Soweit die Regel. Mit Ausnahmegenehmigungen sind auch 12-Stunden-Schichten möglich, sofern die Arbeitnehmer dann auf eine Dreitagewoche kommen. Die Möglichkeit, ausreichend Erholungsphasen einzubauen, muss stets gegeben sein.

Auf dieser Basis erarbeiten viele Unternehmen individuelle Lösungen, die an ihre Bedürfnisse angepasst sind. Schichtpläne sind, wenn sie die beiderseitigen Interessen abbilden sollen, immer ein Kunststück. Dies gilt insbesondere dann, wenn sowohl Vollzeit-, als auch Teilzeitbeschäftigte in diese Pläne einzubauen sind. Dabei ist den Arbeitnehmern mit anteiliger Arbeitszeit insgesamt mehr Freizeit in Form von mehr arbeitsfreien Tagen zu gewähren.

Einflussmöglichkeiten der Beschäftigten auf ihren Dienstplan

Unabhängig davon, ob ein Betriebsrat existiert, haben die Mitarbeiter immer ein Recht auf Mitbestimmung Ein Betriebsrat ist zwingend in die Erstellung von Schichtplänen einzubeziehen. Die Arbeitnehmervertreter sollten im Normalfall die jeweiligen Bedürfnisse der Betroffenen kennen. Kindererziehung, Pflege Angehöriger, oder private Fortbildungsmaßnahmen schränken oft die Flexibilität ein. Hierbei müssen die Betriebsräte nicht abwarten, bis der Arbeitgeber auf sie zugeht, sie können auch selbst initiativ werden.

In anderen Fällen, vor allem bei kleineren Unternehmen, hat der Vorgesetzte bzw. der Schichtplaner mehr Spielraum. Aber auch hier müssen die betroffenen Beschäftigten zwingend angehört werden. Oftmals gibt es Möglichkeiten des gegenseitigen Interessenausgleichs. Ein junger lediger Mitarbeiter möchte vielleicht gerne nachts oder an den Wochenenden arbeiten und sich dadurch Zulagen oder einen Sonderurlaub verdienen.

Streitpunkt Nachtschicht

Der natürliche Biorhythmus des Menschen kommt bei vielen Nachtschichten erwiesenermaßen aus dem Gleichgewicht. Daher sind hier die Regelungen relativ streng. Maximal drei Nachtschichten hintereinander empfehlen Arbeitsmediziner. Längere Intervalle scheinen für die Gesundheit der Beschäftigten eine größere Belastung darzustellen. Nach mehreren Nachtschichten sollte mindestens ein kompletter Ruhetag eingebaut werden, damit sich die innere Uhr wieder erholen kann. Besser wären 48 Stunden Pause, was in der Praxis aber nicht immer realisierbar ist.

Als zweckmäßig haben sich sogenannte vorwärtsrotierende Schichtpläne erwiesen. Hierbei beginnt der Arbeitnehmer die erste Phase als Frühschicht, nach ca. einer Woche folgt der Wechsel in die Tagschicht, dann am Ende zwei oder drei Nachtschichten.

Zur Vorbeugung wird Schichtarbeitern gesetzlich das Recht auf regelmäßige Untersuchungen eingeräumt. Hier liegt der Fokus insbesondere auf […]

Weiterhin mehr als eine Million unbesetzte Stellen in Deutschland

Seit Jahren schon begleitet uns das Problem, dass trotz rund 2,5 Millionen Arbeitslosen auf der anderen Seite eine sechsstellige Zahl an Jobs in Deutschland unbesetzt bleibt. Im Sommer 2018 stieg diese Zahl auf 1,2 Millionen an, Tendenz steigend.

Trotz einiger Fragezeichen im Hinblick auf die Weltkonjunktur auf Grund mehrerer schwelender Konflikte wie etwa den Handelsstreitigkeiten zwischen den USA einerseits und den anderen großen Playern EU, China und Russland andererseits sowie dem wiederauflebenden Atomkonflikt mit dem Iran existieren derzeit keine Anzeichen einer signifikanten Abkühlung der deutschen Konjunktur. Die Nachfrage sowohl im Inland, als auch im EU-Binnenmarkt ist ungebrochen stark, sodass der Arbeitsmarkt insgesamt trotz einer insgesamt leichten Abkühlung noch nicht tangiert ist. Der Arbeitsplatzaufbau geht weiter, wenn auch etwas langsamer als in den letzten drei Jahren.

Was nun aber verstärkt zu Tage tritt, ist das bereits lange bekannte und gefürchtete Phänomen, dass geburtenstarke Jahrgänge des ersten Nachkriegsjahrzehnts sukzessive in den Ruhestand gehen und zu wenige jüngere Fach- und Führungskräfte nachrücken. Daher mangelt es schlicht an Bewerbern auf die Ausschreibungen. Im 2. Quartal 2018 stieg die absolute Zahl dieser nicht oder schwer zu schließenden Vakanzen um 25.000, im Vorjahresvergleich sogar um 115.000. Mittlerweile kommen auf 100.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse fast 3 unbesetzte Stellen, somit knapp 3 %. Dies ist fast ein Prozent mehr als noch im Jahr 2012.

Das alte Westdeutschland weist erwartungsgemäß die meisten offenen Positionen auf, 940.000 Vakanzen waren es zu Ende Juni 2018. Im Osten können 270.000 Stellen nicht besetzt werden. Dies betrifft sowohl Nachbesetzungen, als auch neu geschaffene Stellen, letztere vor allem im boomenden Dienstleistungsbereich. Das Problem in den neuen Bundesländern ist weiterhin, dass die Unternehmen ein klar niedrigeres Lohnniveau anbieten, als im alten Westen. Damit sind viele interessante Arbeitgeber im bundesweiten Wettbewerb um Fachkräfte weniger konkurrenzfähig. Niedrigere Lebenshaltungskosten und eine schöne Lebensumgebung machen diesen Umstand nicht immer wett. Der stetige Wegzug junger Menschen aus dem Osten in den Westen, der seit der Wende mit unterschiedlicher Intensität anhält, tut sein Übriges zur teils prekären Lage. Insbesondere kleinere Betriebe mit bis zu 9 Beschäftigten ohne Rang und Namen in der Öffentlichkeit haben es sehr schwer. Darüber hinaus leidet die Gesundheitsbranche und das Baugewerbe überdurchschnittlich. Hinzu kommt eine große Zahl an nicht ausreichend qualifizierten Kandidaten. Hieraus ergibt sich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, das vorhandene Arbeitskräftepotential durch fundierte Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen optimal auszuschöpfen.

Wie Sie für Ihre Bewerbung die richtigen Arbeitsproben auswählen

Vor allem in Berufen, die Kreativität erfordern, gehören Arbeitsproben zwingend in die Bewerbungsunterlagen. Diese werden in der Regel erwartet, so z.B. bei Designern (klassisch und online), Architekten und Journalisten. Aber wie stellt man es an, relativ knapp und dennoch schlüssig seine Expertise darzustellen?

Bei den bereits erwähnten Berufsfeldern bieten sich geschriebene Artikel, Layouts, Skizzen von Gebäuden o.ä. an. Reine Hinweise auf Quellen würden vom Empfänger der Bewerbung verlangen, selbst zu recherchieren. Dies sollte man nicht erwarten und daher auch nicht riskieren. Schwieriger wird es im klassisch wissenschaftlichen Bereich. Man kann nicht ganze Veröffentlichungen der Bewerbung beifügen. Hier empfiehlt es sich, seine Abhandlungen jeweils kurz zusammenzufassen und dann tatsächlich auf die ganze Quelle, z.B. eine ISBN-Nummer zu verweisen. Auch aktive Teilnahmen an Kongressen mittels Fachvorträgen u.a. sollten auf jeden Fall erwähnt werden um sich von anderen Kandidaten abzuheben.

Oftmals werden bei bestimmten Stellenausschreibungen direkt Arbeitsproben verlangt. Diesem Hinweis sollte man auf jeden Fall nachkommen, sonst wird man mit ziemlicher Sicherheit bereits im ersten Schritt aussortiert. Personalentscheider legen darauf ebenso großen Wert wie auf einen möglichen Eintrittstermin und eine ungefähre Gehaltsvorstellung. Eine Rückschau ist für junge Kandidaten, die erst am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn stehen, naturgemäß schwierig. Wenn das breite Portfolio noch fehlt, empfehlen Experten solchen Bewerbern, ein kleines Projekt für den gewünschten Arbeitgeber proaktiv zu initiieren. Dies kann ein neues Logodesign sein, wenn man sich als Grafiker bewirbt, oder eine neue Unternehmensvorstellung auf der Homepage. Dadurch zeigt man in zweierlei Hinsicht Eigenmotivation und dass man sich mit dem Unternehmen beschäftigt hat. Die Empfänger der Bewerbung können sich zudem gut in die Materie einfinden, denn das eigene Unternehmen werden sie kennen. Somit wirkt das Ganze nicht so abstrakt.

Egal ob reale Arbeitsprobe oder fiktives Projekt, so sollte die Auswahl und der Aufbau auf die ausgeschriebene Stelle passen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, wählt drei oder vier Projekte aus, beschreibt diese und ergänzt sie um ein Quellenblatt mit dem gesamten Umfang seiner bisherigen Aktivitäten. So kann der Personalist einerseits konkret die ausführlich beschriebenen Projekte mit den Stellenanforderungen abgleichen, andererseits sich ein umfassendes Bild vom bisherigen Werdegang verschaffen.

Manchmal war man beispielsweise für ein Projekt nicht alleine verantwortlich, etwa bei einer Koproduktion im Rahmen eines Buchprojekts, bei Gebäudeentwürfen oder Werbelinien. Hier ist es wichtig, die jeweilige Eigenleistung deutlich hervorzuheben. Ansonsten könnte es den falschen Eindruck erwecken, dass man sich mit fremden Federn schmücken oder ein Projekt aufbauschen will, selbst wenn dies im Regelfall nicht beabsichtigt war. Eine stringente und lückenlose Darstellung erleichtert dem potentiellen Arbeitgeber die rasche Übersicht und Erstbeurteilung zu einer konkreten Bewerbung.

Wird das Datenvolumen etwa bei Zeichnungen zu groß, streiken viele Mailprogramme, weil es Volumenbegrenzungen, meist im Bereich von 10 Megabyte pro Nachricht eingerichtet sind. Hier ist davon abzuraten, seine Bewerbung häppchenweise auf mehrere Nachrichten zu verteilen, weil Profile oftmals elektronisch eingelesen werden. Bei Onlinetools zur automatisierten Bewerbungen auf Karriereseiten im Netz wäre dies gar nicht möglich. Besser lädt man die Arbeitsproben auf einen gesicherten Ort in der eigenen Cloud, versieht die Dateien […]

Azubis händeringend gesucht: 17.000 Betriebe haben nicht eine einzige Bewerbung erhalten.

Zum Ausbildungsstart 2018/2019 führte der DIHK im Auftrag der Industrie- und Handelskammern eine Umfrage zur Situation im neuen Lehrjahr durch. Dier Ergebnisse sind ernüchternd, aber nicht überraschend. Während vor zwanzig Jahren durch die damals Bonner Politik noch über eine Zwangsabgabe für Unternehmen die nicht ausbilden, nachgedacht wurde und man sich an der Schwerbehindertenabgabe orientieren wollte, hat sich die Situation seitdem um 180 Grad gedreht. Aktuell konnten 34 % der Ausbildungsbetriebe ihre Stellen nicht besetzen. Damit wurde ein neuer Rekord gebrochen, die Tendenz ist auf Sicht leider steigend.

Der Präsident des DIHK Herr Eric Schweitzer stellte die Auswertung der Online-Umfrage aus diesem Sommer in Berlin vor. Konnten im Jahr 2017 bereits 31 % der Betriebe ihre Ausbildungsplätze nicht erfolgreich belegen, sind es in diesem Jahr 34%. In den neuen Bundesländern ist die Situation mit 46 % noch prekärer. Da das gros der Lehrstellen aber nach wie vor im Westen besetzt wird und dort 32 % der Betriebe keinen Erfolg vermelden konnten, relativiert sich die Sache im Bundesdurchschnitt. Der Vergleich mit dem Jahr 2007 zeigt aber die Dramatik gut auf: vor gut einem Jahrzehnt konnten noch 85 % aller Ausbildungsbetriebe ihre Stellen mit Schulabgängern oder Studienabbrechern besetzen.

Bei den Branchen gibt es signifikante Unterschiede. Im Baugewerbe suchten 45 % aller Unternehmen vergeblich nach (passenden) Azubis, im Bereich Verkehr waren es 40%, die verarbeitende Industrie beklagt 35 % Azubi-Vakanzen, im Banken- und Versicherungsgewerbe sind es 32%, gefolgt von den unternehmensnahen Dienstleistungen mit 31 %. Soweit die nackten Zahlen. Aber auch die Ursachen für diese Misere sind ganz unterschiedlich. Im Dienstleistungssektor inklusive Gastronomie und Verkehr gingen sehr oft gar keine Bewerbungen auf Ausschreibungen ein. Die stark auf kaufmännische Berufe ausgerichteten Branchen beklagen vor allem ein stetiges Gefälle bei der Ausbildungsfähigkeit nach unten. So beherrschen Kandidaten von den unteren Schularten oftmals weder guten Ausdruck in der deutschen Sprache, noch Grundrechenarten sicher. Von den heute notwendigen Fremdsprachenkenntnissen ganz zu schweigen. Dies ist mit Ausnahme der mathematischen Kenntnisse im gewerblichen bzw. handwerklichen Bereich weniger das Thema, aber auch die Handwerkskammern beklagen zunehmend eine Ausbildungsunreife bei vielen Anfängern, was auf mangelnde Schulkenntnisse zurückzuführen sei. Daher freut man sich vielfach über Bewerbungen seitens Studienabbrechern, die nach erfolglos eingeschlagener akademischer Laufbahn einen gehobenen Kaufmannsberuf ergreifen wollen. Insbesondere Banken, Versicherungen, Unternehmensdienstleistungen aber auch die Industrie greift auf diesen Pool zurück. Dies ist auch eine, wenn auch notgedrungene Möglichkeit, die Überakademisierung der Arbeitswelt etwas einzudämmen.

Wenn allerdings Ausbildungsplätze mit der Voraussetzung Abitur angeboten werden, ergibt sich oftmals ein neues Risiko. Entscheiden sich doch häufig die Gymnasialabsolventen kurzfristig gerne zu einem Studium und annullieren in der Folge ihren im Frühjahr abgeschlossenen Ausbildungsvertrag. Der Lehrbetrieb schaut dann in die Röhre, denn so kurzfristig ist kein Ersatz zu bekommen. Gerade kleine und mittlere Betriebe sehen in der Ausbildung junger Menschen nicht nur eine Möglichkeit des sozialen Engagements bzw. der langfristigen Sicherung der Arbeitskompetenz im Unternehmen, sondern wichtige Arbeitskräfte im Alltag, die bei Eignung schon während der Ausbildung begrenzt Verantwortung übernehmen können und sollen. Diese Lücken lassen sich dann weder schließen […]

So gehen Sie richtig mit Lücken im Lebenslauf um

Hartnäckig hält sich das Ideal vom geradlinigen und damit lückenlosen Lebenslauf. Von der Schule bis zum Rentenalter sollte eine Vita leicht nachvollziehbar sein und dabei obendrein eine Karrieresteigerung vorweisen. Längst hat das mit der Realität aber vielfach nichts mehr zu tun.

Zum einen hat es die Globalisierung bis zum Mittelstand mit sich gebracht, dass wegen Fusionen, Unternehmenssplittings oder auch Insolvenz wegen mangelnder Wettbewerbsfähigkeit die Zeiten der „aktiven Arbeitssuche“ bei vielen Kandidaten zugenommen haben. Zum anderen können die Absolventen der 2000er Jahre leider zu Recht als Generation Praktikum bezeichnet werden: von der Jahrhundertwende bis zum Beginn des gegenwärtigen Booms im Jahre 2010 hatten es viele Studienabgänger trotz guter Noten schwer, den Einstieg in reguläre Beschäftigung zu finden. Diese Situation hat sich zwar in den meisten Berufsbildern gedreht, was dauerhaft bleibt sind aber die entsprechenden Einträge in den Lebensläufen. Dies wird die betroffenen Beschäftigten bis zur Verrentung begleiten.

Obendrein kommt ein neues Thema hinzu: die Gesellschaft wird immer älter und damit steigt die Zahl der Pflegebedürftigen. Wer seine Eltern oder Großeltern nicht in einem Heim abgeben möchte, sondern in deren gewohnter Umgebung Unterstützung angedeihen lassen möchte, nimmt sich dazu eine berufliche Auszeit mittels durch die Pflegekasse ausgeglichenen Langzeiturlaub oder geht in befristet Teilzeit. Diese Angebote werden durch die Politik in diesen Tagen noch attraktiver gemacht und werden daher sicherlich in vielen Bewerberprofilen ihren Eintrag finden.

Zu guter Letzt warten viele Menschen mit einer Weltreise nicht bis zum Ruhestand, sondern wollen dieses Erlebnis, sofern finanzierbar, bereits in jüngeren und damit körperlich fitteren Jahren realisieren. Top-Manager sind oft so ausgebrannt, dass sie zwischen zwei Jobs einen sogenannten Sabbatical zur persönlichen Regeneration nutzen, dadurch wieder neue Kraft schöpfen. Unabhängig von der Frage, ob man sich das individuell leisten kann, wirft es oftmals Fragezeichen beim Bewerbungsprozess auf. Nun ist eine Auszeit nicht mehr automatisch ein Absagegrund für Arbeitgeber, dies vor allem in Zeiten des Fachkräftemangels und gesteigerter Sensibilität im Hinblick auf die sogenannte Work-Life-Balance, die man besser als Work-Private-Balance bezeichnen sollte, denn Arbeit gehört zum Leben schließlich dazu.

Welche Möglichkeiten aber gibt es um solche vermeintlichen Lücken stichhaltig zu erklären?

Ein positives Bild macht man vor allem dann bei Personalentscheidern, wenn die Auszeit sinnvoll verbracht wurde. Wer sich auf Weltreise begibt, schult damit automatisch seine interkulturelle und sprachliche Kompetenz. Zumindest der englischen Sprache sollte man mächtig sein, wenn man sich an ferne Ziele, weit ab von den pauschal buchbaren Hotelburgen begibt. Auch lernt man Land und Leute kennen, was man mit wenigen Worten beim entsprechenden Eintrag im Lebenslauf schlüssig beschreiben kann.

Abhängig vom eigenen Berufsbild können aber sogar Zeiten des Nichtstuns dem Menschen gut tun, vor allem wenn er in einem kreativen Beruf arbeitet. Grafiker, Programmierer oder Marketingspezialisten nutzen solche „schwarzen Löcher“ gerne um ihren Kopf freizubekommen und dann wieder richtig durchzustarten. Inspiration bekommt man nicht, wenn man sich fühlt wie der Hamster im Laufrad.

Auch beim Beispiel mit der häuslichen Pflege sollten Kandidaten kein Blatt vor den Mund nehmen. Dies gehört eben zum ganzheitlichen Lebenslauf dazu […]

Hat das Bewerbungsanschreiben ausgedient?

Jeder, der sich schon einmal beruflich verändern wollte, kennt die Misere. Nachdem der Lebenslauf mittels Textverarbeitungsprogramm endlich in einem gut strukturierten Layout dargestellt wurde, die Zeugnisse sauber eingescannt sind ggf. der richtige Ansprechpartner beim potentiellen Arbeitgeber recherchiert wurde, brütet man über dem Anschreiben. Möglichst individuell auf die Position und das Unternehmen abgestimmt sollte es sein, dazu die Wechselmotivation verdeutlichen, aber sich auch nicht über eine Seite hinaus erstrecken. Jahrzehntelang hat das Anschreiben über das Wohl und Wehe der Bewerbung gleich zu Anfang entschieden. Im Rahmen der sogenannten ABC-Analyse stellt die Bewertung des Anschreibens neben einem lückenlosen Lebenslauf und ggf. der Einkommensvorstellung die erste Hürde bei der Auswahl der Kandidaten dar. Allerdings hat sich in vielen Berufsgruppen das „Machtverhältnis“ zwischen Arbeitgebern und Kandidaten verschoben.

Angesichts des sich verschärfenden Fachkräftemangels und dem damit verbundenen „war for talents“, aber auch im Zuge der zunehmend automatisierten Bewerbungsprozesse denken immer mehr Unternehmen darüber nach, auf ein Anschreiben gänzlich zu verzichten. Den Anfang bei den namhaften Konzernen macht die Deutsche Bahn AG. Zunächst möchte man dort im Rahmen eines Pilotprogramms bei den Azubi-Bewerbungen für den Ausbildungsbeginn im Herbst 2019 beginnen. Über die Onlineplattform sind dann nur noch Lebenslauf und Zeugnisse als pdf-Dateien hochzuladen. Wenn das fruchtet, wird man bei der Bahn diese Vorgehensweise sukzessive auf andere Berufsfelder und Bereiche ausweiten. So denkt man bei den Lokführern vor allem im Regionalverkehrsbereich und aber auch bei den händeringend gesuchten Ingenieuren darüber nach. Beim Staatskonzern machen sich die Lücken beim Personalstand besonders wegen der anstehenden Pensionierungswelle bemerkbar. Man sucht auf kurze Sicht bis zu 19.000 neue Kollegen, darunter mehr als 3.500 Auszubildende für das nächste Lehrjahr.

Letztlich sagen viele Personalverantwortliche, dass die Motivation für die konkrete Bewerbung ohnehin in den persönlichen oder zunächst telefonischen Gesprächen genauer abgefragt werde. Dabei möchte man vor allem auf Berufsgruppen zugehen, bei denen bekannt ist, dass sie sich mit diesen Arten von Textabfassung eher schwer tun.

Aber noch ein anderer ehemals bundeseigener Konzern, die Lufthansa AG, geht hier voran und verzichtet bei Kandidaten für die Aufgaben der Flugbegleiter und IT-Spezialisten auf die Anschreiben mit der Überlegung, auch hier auf andere Sparten auszuweiten.

Andere Unternehmen, wie die Drogeriekette „Rossmann“, gehen peu-a-peu ebenso diesen Weg, allerdings möchte man dort gerade von den angehenden Azubis die Motivation für eine Bewerbung im Einzelhandel vorab erfahren.

Es gibt aber auch skeptische Einschätzungen, was die generelle Abschaffung des Anschreibens angeht. Die Daimler AG, aber auch diverse kommunale Unternehmen und sogar die Softwareschmiede SAP haben das Anschreiben noch nicht abgeschrieben. Man erfährt eben doch schon Einiges über die Kandidaten im ersten Schritt. Zudem wird der vorgeschriebene Verzicht auch von manchen Bewerbern kritisch gesehen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Abschlussnoten nicht so gut sind oder bei Berufserfahrenen Lücken im Lebenslauf entstanden sind, die man im Fließtext besser begründen könnte. Es kommt also auch immer auf die individuelle Situation an.

Ob also das Anschreiben in der bisherigen Form wirklich ausgedient hat, bleibt generell abzuwarten. Zudem könnte der individuelle Teil der Bewerbung durch einen neuen […]

Der perfekte Arbeitgeber – was mach ein Unternehmen für einen Kandidaten attraktiv?

[:de]Die Frage stellt sich immer häufiger. Qualifizierte Mitarbeiter sind knapp und stark umworben. Oftmals haben Kandidaten mehrere Arbeitsstellen zur Auswahl oder sind eigentlich gar nicht auf der Suche – müssen also durch starke Vorteile zum Wechsel motiviert werden. In diesem Zusammenhang ist nicht nur die Aufgabe und das Gehalt wichtig, auch die Rolle der Attraktivität des Unternehmens darf nicht unterschätzt werden.[:]

Von |2018-10-16T12:39:31+00:00August 20th, 2018|All Entries, Deutsch, Karriere, Unternehmenserfolg|0 Kommentare

Ist Deutschland chronisch übermüdet? Forscher warnen vor Schlafmangel

Schon seit geraumer Zeit wurden Zusammenhänge zwischen dem sozial meist erzwungenen Arbeits- bzw. Schulrhythmus und dem Schlafverhalten festgestellt. Auch ist bekannt, dass es verschiedene „Schlaftypen“ gibt: die Frühaufsteher und die nachtaktiven Langschläfer. Seit dem Beginn der Industrialisierung vor knapp 200 Jahren ist der Mensch aber weitgehend durchgetaktet und hat sich an feste Zeiten zu halten. Das Leben nach der Uhr ist die Regel geworden. Daran hat auch der derzeitige Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft nichts geändert.

Aber nicht nur die Uhrzeiten, sondern auch die tatsächliche durchschnittliche Schlafdauer wird zunehmend zu einem gesellschaftlichen Problem. Es wäre zu kurz gegriffen, diesen Umstand nur auf die Arbeit oder die Schule respektive Universität zu schieben. Auch Freizeitaktivitäten, vor allem Fernsehen und vor dem PC oder dem Smartphone verbrachte Zeit verkürzen den Nachtschlaf erheblich. Dies auch schon bei Kindern und Jugendlichen.

Gerade wir Deutschen sind ein Volk, das in alter preußischer Pflichtmanier den Schlaf nicht schätzt. Dies hat sich chronisch über viele Generationen tradiert. Dies sieht man vor allem bei Vergleichen  mit unseren benachbarten Nationen. Es handelt sich also um kein generelles Problem der Industrienationen.

Es gilt die allgemeine Faustregel, dass ein Mensch, der innerhalb eines Monats an mindestens drei Nächten in der Woche kaum einschlafen oder durchschlafen kann, professionelle Hilfe braucht. Zumal mit diesem chronischen Phänomen meist negative Begleiterscheinungen in der Wachphase wie z.B. Aufmerksamkeitsdefizite, Konzentrationsschwäche, verminderte Gedächtnisleistung und aber auch schnelle Überreizung, Kopfschmerzen und Probleme beim Verdauungstrakt auftreten. Von solchen Themen sind knapp 5 Millionen Menschen in Deutschland, mithin 6 % betroffen.

Interessant ist die relativ neue Erkenntnis, dass unter anderem die Gene dafür verantwortlich sind, wie viel Zeit ein Mensch schlafend verbringt. Die Mehrheit benötigt für eine vollständige Erholungsphase zwischen 6 und 8 Stunden, manche aber mehr Schlaf. Nur eine Minderheit kommt dauerhaft mit weniger Schlaf aus. Ähnlich sieht es mit der natürlichen Aktivphase aus. Wer von Haus aus in der Frühe fit ist und gerne mit Sonnenaufgang den Tag beginnt, dafür aber Abend rasch müde wird, ist in unserer genormten Gesellschaft gewissermaßen privilegiert. Das kann man sich aber leider nicht antrainieren, ebenso wie man Schlaf nicht gewissermaßen auf Vorrat vorziehen oder später nachholen kann. Der individuelle Biorhythmus lässt sich nicht austricksen. Auch wird der Mittagsschlaf, neudeutsch Powernapping überschätzt. Dieser sollte kurz sein, nicht länger als eine halbe Stunde dauern. In Ländern mit heißem Klima, so etwa in Spanien hat sich die Siesta zur Mittagszeit durchgesetzt, weil Arbeiten in der Mittagssonne kaum möglich ist. Auch Fernfahrer nutzen einen Trick, indem sie eine Tasse Kaffee trinken und dann ein kurzes Nickerchen machen. Das Koffein wirkt nämlich zeitverzögert etwa eine halbe Stunde nach Genuss. Wer dazwischen schläft, hat wieder viel Konzentrationsfähigkeit gewonnen. Dies ist aber nur ein Behelf und kann in Büro- oder Fabrikberufen ohnehin nicht sinnvoll angewandt. Werden. Jedenfalls hat sich die japanische Art, dass Mitarbeiter Mittags in Zelten unter ihren Schreibtischen Erholung finden, hierzulande nicht durchgesetzt.

Ein erzwungenes Leben gegen die innere Uhr führt in der Regel meist zu dauerhafter Erschöpfung.

Es gibt […]

Wie oft sollte man den Job wechseln? Personalberater geben Karrieretipps

Wie oft sollte man innerhalb eines durchschnittlich 40jährigen Berufslebens den Arbeitgeber wechseln? Hieran scheiden sich im Detail die Geister. Einig sind sich führende Personalberater in Deutschland, so auch wir selbst, dass die sogenannten „Kaminkarrieren“, das heißt die lebenslange Treue zu einem Arbeitgeber, nicht mehr zeitgemäß sind. Nahezu alle Arbeitgeber erwarten, dass Kandidaten im ersten Teil ihres Berufslebens Erfahrungen mit unterschiedlichen Unternehmenskulturen sammeln. Dies ist freilich eine Gratwanderung, denn zu sprunghaft sollte der Lebenslauf auch nicht wirken.

Flexibilität ist ein nicht mehr wegzudenkender Soft-Skill. Darunter versteht man aber nicht nur die Fähigkeit, innerhalb der Strukturen des aktuellen Arbeitgebers ohne Scheuklappen zu denken und zu arbeiten, sondern schließt mittlerweile auch die persönliche Kenntnis verschiedener Strukturen und Kulturen mit ein. Je nach Position und Beruf versteht man darunter auch Internationalität. Waren die meisten Arbeitnehmer früher eher aus Gründen der persönlichen Unzufriedenheit mit ihrem aktuellen Job aktiv auf der Suche, sollte man also heutzutage seinen Werdegang bewusst so gestalten, als dass man sich von Mitbewerbern an wichtigen Stellen abhebt.

Soweit die Übereinstimmung aller HR Spezialisten. Aber welche Wechselintervalle werden empfohlen. Hieran scheiden sich die Geister und bei Gesprächen mit Beratern und Personalverantwortlichen bei den Arbeitgebern kristallisiert sich schnell heraus, dass es keinen Königsweg für alle gibt. Vieles hängt von der Branche, dem konkreten Beruf und natürlich von den persönlichen Zielen ab. In schnelllebigen Branchen wie der IT etwa werden Wechselintervalle von 3 bis 4 Jahren nahegelegt. Ein Verharren an der gleichen Position über sehr viele Jahre kann zum echten Karrierekiller werden. Die Konkurrenz, in diesem Fall andere Bewerber, schläft auch hier nicht. Zudem steigt mit zunehmender Beschäftigungsdauer die gegenseitige Abhängigkeit von Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Weiterhin verbinden viele HR Entscheider eine lange Beschäftigungsdauer bei einem Arbeitgeber mit Trägheit des Bewerbers. Ob dies zutrifft oder nicht, lässt sich an Hand der Durchsicht von Lebensläufen und Zeugnissen nicht feststellen und schnell fällt man durch das berüchtigte Raster, obwohl man eigentlich ein dynamischer Typ ist. Leider hat man dann keine Möglichkeit, dies persönlich bei einem Vorstellungstermin unter Beweis zu stellen bzw. mit diesem Vorurteil aufzuräumen.

Daher gilt allgemein die Regel, dass man mit einem stringenten, aber zugleich vielseitigen Lebenslauf eher Karriere machen kann. Man findet auf jeden Fall leichter eine neue Stelle. Auch gilt es in der heutigen schnelllebigen Zeit, das Risiko eines Jobverlustes wegen Fusionen, Insolvenzen oder betrieblichen Sozialplänen nicht aus den Augen zu verlieren. Die Arbeitswelt ändert sich derzeit so drastisch wie seit Beginn der Industrialisierung nicht mehr, darüber berichten wir regelmäßig in unseren Blogs. Man sollte seinen aktuellen Arbeitsplatz generell nicht mit einem Ruhekissen verwechseln.

Wovor die Experten aber zugleich warnen, sind impulsive Wechsel. Einfach aus Frust hinschmeißen und etwas Neues probieren ist mit der Empfehlung nicht gemeint! Jobwechsel wollen geplant sein, damit der Lebenslauf nachvollzieh- und erklärbar bleibt.

Denn so sehr Arbeitgeber eine breitgefächerte Erfahrung schätzen, ist Sprunghaftigkeit weiterhin ein No-Go. Denn wer zu früh wieder wechselt, dem sagt man gerne mangelndes Durchhaltevermögen oder zu wenig Ambitionen nach.

Ein wesentliches Kriterium ist auch der Abschnitt, in […]

Flugreisen im Schengenraum ohne Ausweis? Keine gute Idee!

Seit einer gefühlten Ewigkeit sind wir es im europäischen Schengen-Raum gewohnt, vor Betreten eines Flugzeugs nicht mehr auf unsere Identität kontrolliert zu werden. Daran hat auch der vor knapp 12 Jahren eingeführte strenge Sicherheitscheck vor dem Boarding nichts geändert. Dort interessiert man sich für Nagelscheren und Flüssigkeiten im Handgepäck, interessanterweise aber nicht für die Identität der Reisenden.

Daher wurde schon so Mancher auf Geschäfts- oder Urlaubsreisen in die Nachbarländer leichtsinnig und reiste ohne entsprechende Ausweisdokumente. Meistens geht das gut, aber man sollte es nicht riskieren.

Die Versuchung ist groß, zumal Flugreisende, vor allem mit den bekannten Low-Budget-Anbietern, ohnehin oftmals nur mit dem noch kostenlos beförderten Handgepäck reisen. Für die Teilnahme an einer Messe oder auch privat für einen Städtetrip an einem verlängerten Wochenende reicht der Trolley. Die Regelungen aus Brüssel sind in diesen Fällen sehr einfach: man lässt die Fluggesellschaften darüber entscheiden, ob sie eine Kontrolle am Gate durchführen oder nicht. Zur Vereinfachung der Fluggastabfertigung und auch aus Kostengründen verzichten die meisten Carrier auf diese Zusatzmaßnahme.

Dennoch kann man sich als Fluggast nicht sicher sein, dass man ohne Ausweisdokument durchkommt. Zum Beispiel mussten während des G20 Gipfels vor einem Jahr mehrere Passagiere am Boden bleiben, weil der Hamburger Flughafen zeitweilig verschärfte Kontrollen durchführte. Kein Wunder, nachdem nicht nur die 20 wichtigsten Staats- und Regierungschefs mit ihren Beratern, sondern leider neben friedlichen Gegendemonstranten auch zahlreiche Krawall-Chaoten in der Stadt waren. Auch kann eine sogenannte akute Terrorlage dazu führen, dass Vorschriften ad hoc verschärft werden. So geschehen in Paris 2015 und Barcelona 2017 nach schweren Anschlägen.

Grundsätzlich ist die Rechtslage in den meisten Staaten der EU so, dass man jederzeit seine Identität nachweisen muss. Dabei reichen Krankenversicherungskarten, Führerscheine oder Steuerkarten nicht aus. Der hier so genannte Personalausweis, oftmals auch Identitätskarte (Identity Card) genannt, ist als Minimum immer mitzuführen. In vielen südlichen Regionen empfiehlt es sich zwar, diese Dokumente im Hotelsafe zu lassen, dazu muss man sie aber zunächst überhaupt mitführen. Der Reisepass kann übrigens immer als Ersatz für einen Personalausweis mitgeführt werden, dieses Dokument ist „stärker“.

Ein Blick auf das Ablaufdatum des heutzutage nicht mehr oft benötigten Reisepasses empfiehlt sich dennoch deutlich vor einer Reise, denn oftmals müssen diese Dokumente eine Mindestgültigkeit von sechs Monaten ab geplantem Ausreisetermin im Zielland aufweisen. Dies gilt analog dazu auch für den Personalausweis. Falls man auch die beschleunigte Bestellung über die Bundesdruckerei nicht mehr vor Abreise durchführen kann, so stellen einem die Bundespolizisten vor Abflug einen Ersatzausweis für derzeit 8 Euro aus. Bedingung ist, dass man den abgelaufenen bzw. demnächst ablaufenden Ausweis oder Pass vorlegen kann. Allerdings ist dies je nach Zielland keine Garantie, dass man damit ein- bzw. wieder ausreisen kann. Dies gilt weniger für den europäischen Schengenraum, aber z.B. für die beliebten Reiseziele Türkei und Ägypten. Dann hilft – erfolgreiche Einreise vorausgesetzt – nur noch, sich in der eigenen Botschaft oder einem Konsulat ein Ersatzdokument zu beschaffen. Dies ist aber umständlich und vergleichsweise sehr teuer. Auf Geschäftsreisen hat man dazu ohnehin keine Zeit und während eines Urlaubs […]

Wo Langzeitarbeitslosen am besten der berufliche Wiedereinstieg gelingt

[:de]Mit Beginn des Frühjahrs waren in Deutschland knapp 2,4 Millionen Menschen ohne Arbeit, was wiederum weniger war als ein Jahr zuvor. Dies ist grundsätzlich erfreulich, zumal der generelle Trend nun schon fast acht Jahre anhält und die Arbeitslosenzahlen jeden Monat meist gesunken sind; von wenigen Ausreißern abgesehen, was oft auch mit der Jahreszeit zusammenhängt. So werden viele Arbeitnehmer in sogenannten Außenberufen mit Einsetzen der nasskalten Witterung Jahr um Jahr arbeitslos, kommen aber nach wenigen Monaten wieder in Beschäftigung. Oftmals sogar beim selben Arbeitgeber. Betroffen sind u.a. Bauarbeiter, aber auch gastronomische Servicekräfte in Biergärten oder in touristisch erschlossenen Regionen. Der Wehrmutstropfen bei diesen Statistiken sind aber die Langzeitarbeitslosen, die mit 800.000 Personen fast ein Drittel aller Arbeitslosen ausmachen.[:]

Von |2018-06-12T09:00:46+00:00Juni 12th, 2018|All Entries|0 Kommentare

Analysetools zum Scoring der Mitarbeiter immer verbreiteter. Chancen und Risiken

[:de]Derzeit diskutiert sowohl die Netzwelt, als auch die große Politik über Datenweitergaben an ein englisches Unternehmen, mit denen womöglich u.a. die Präsidentschaftswahlen in den USA 2016 beeinflusst worden seien. Dabei geht etwas unter, dass die digitale Datenanalyse auch in anderen Bereichen im Kommen ist. So etwa bei der Bewertung von Mitarbeitern durch ihren Arbeitgeber. Längst wurden Algorithmen erstellt, mit denen sich die Wichtigkeit, Vernetzung und damit letztlich die Notwendigkeit der Beschäftigung ermitteln lassen. Jeder Angestellte an einem vernetzten Büroarbeitsplatz hinterlässt laufend wesentlich sensiblere Datenspuren, als dies bei Facebookprofilen möglich ist.[:]

Von |2018-06-05T09:00:32+00:00Juni 5th, 2018|All Entries|0 Kommentare

Einfaches oder qualifiziertes Zeugnis: welche Rechte haben Arbeitnehmer?

Gründe für ein Arbeitszeugnis gibt es viele. Neben dem Ausscheiden eines Arbeitnehmers aus einem Unternehmen können auch der Wechsel eines Vorgesetzten ein Unternehmensverkauf, eine Fusion oder eine Betriebsverlagerung Ursachen für den Wunsch nach einem Zeugnis sein. Auch Arbeitnehmer, die sich aus einer ungekündigten Stellung heraus bewerben, verlangen oft ein Zwischenzeugnis. In der Regel wird dem Arbeitnehmer entsprochen und ein solches Zeugnis ausgestellt. Was aber, wenn der Arbeitgeber sich sperrt oder ein Zeugnis nicht in der gewünschten Form ausstellt?

 

Zunächst ist festzuhalten, dass jeder Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf ein Arbeitszeugnis hat. Dies betrifft insbesondere die Zäsur bei Beendigung eines konkreten Beschäftigungsverhältnisses. In der Regel ist das Zeugnis zum vertraglichen Beendigungszeitpunkt dem Arbeitnehmer zu übergeben. Scheinbar komplizierter ist es beim Zwischenzeugnis. Hier ist vorgesehen, dass der Arbeitnehmer dieses immer dann einfordern darf, wenn es ein sogenannter triftiger Grund vorliegt. Landläufig ist dies der schon erwähnte Wechsel des Vorgesetzten, aber auch der Einsatz in einer anderen Sparte oder Abteilung innerhalb desselben Unternehmens Letztlich auch die berufliche Neuorientierung, wobei man seinem bisherigen Arbeitgeber seine Absichten nicht offen darlegen muss.

 

Knifflig wird es bei der Frage, welche Form ein solches Zeugnis haben muss. Der Gesetzgeber spricht dem Arbeitnehmer das Recht auf ein qualifiziertes Zeugnis zu. Darin enthalten sein müssen die Aufgabenbereiche/Tätigkeiten, die Leistungen des Arbeitnehmers und die damit zusammenhängende Beurteilung. Ebenso ist das Verhalten des Arbeitnehmers zu bewerten. Hierbei hat der Arbeitgeber wahrheitsgetreu verschriftlicht Auskunft zu geben. In Deutschland haben sich zahlreiche Standardformulierungen durchgesetzt, die unternehmensübergreifend verwendet und somit auch verstanden werden. Dies ist insbesondere bedeutsam, wenn der bisherige Arbeitnehmer aus Sicht des Arbeitgebers nur durchschnittliche oder gar schlechte Arbeit geleistet hat. Regelmäßig sind die Arbeitszeugnisse Thema im Rahmen von Gerichtsverhandlungen. Grundsätzlich gilt hier, dass man in der Beweispflicht ist, wenn man mit der Bewertung nicht einverstanden ist. In der Praxis bedeutet dies meist für den Arbeitgeber, dass er schlechte Leistungen, für den Arbeitnehmer, dass er gute Leistungen schlüssig darlegen muss.

 

Das Bundesarbeitsgericht hat vor langer Zeit grundsätzlich entschieden, dass ein Arbeitszeugnis wahr, wohlwollend und vollständig sein muss. Dabei ist insbesondere der wohlwollende Aspekt äußerst dehnbar. Nicht selten wird in Streitfällen vor Gericht oder Schlichtern ein Kompromiss gefunden, der beide Seiten einigermaßen zufriedenstellt.

Von |2018-05-22T09:00:53+00:00Mai 22nd, 2018|All Entries|0 Kommentare